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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Feuerwehrleute kriechen ins Gebäude

19.06.2014

Wildeshausen Maren Hagelmann kennt das Gebäude der Pro-Werkstätten Himmelsthür am Westring in Wildeshausen in- und auswendig. Kein Wunder: Sie arbeitet dort als Bildungsbegleiterin. Für Feuerwehrleute können genaue Ortskenntnisse im Notfall lebensentscheidend sein. Deshalb hat die Feuerwehrfrau Maren Hagelmann für die Ortsfeuerwehren Wildeshausen und Düngstrup ein Atmenschutzgerätetraining in den Pro-Werkstätten organisiert.

„Viele Feuerwehrkameraden kennen das Gebäude nur aus der Zeit, als die Firma Hermes dort ihren Sitz hatte“, nennt Hagelmann einen weiteren Grund für die Übung. „In den vergangenen Jahren wurde das Gebäude aber öfter umgebaut.“ Und ein weiteres Argument für die Übung am Dienstagabend kommt hinzu. In den Werkstätten arbeiten Menschen mit Behinderungen.

„Wir sind dankbar, dass die Feuerwehr hier übt“, sagt Werkstattleiter Uwe Böhnke. 60 Menschen mit Handicap sind dort beschäftigt, die von sechs Mitarbeitern betreut werden. In den Pro-Werkstätten werden Heimwerker-Bedarf sowie Produkte für die Autoindustrie montiert und verpackt.

Es ist kurz nach 19 Uhr, als drei Löschfahrzeuge sowie die Drehleiter auf den Hof der Pro-Werkstätten fahren. Der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Ganderkesee ist bereits dort. Er hat bis zu 70 Gasflaschen an Bord. Mit einer Flasche kommt ein Feuerwehrmann rund eine halbe Stunde aus. Die Feuerwehren aus Wildeshausen und Düngstrup verfügen selbstverständlich über ein eigenes Kontingent. Im Einsatzfall können je zwei Feuerwehrleute pro Wagen ihre Atemschutzausrüstung bereits während der Fahrt anlegen.

Das Szenario dieser Übung ist inzwischen bekannt: Es gibt Rauchentwicklung im Gebäude, und es ist noch unklar, wie viele Personen sich in den Werkstätten aufhalten. Die ersten zwei Feuerwehrleute kriechen mit Atemschutzausrüstung ins Gebäude, das völlig vernebelt ist. „Die einzelnen Teams müssen hier sehr genau suchen, weil es auch um behinderten Personen in den Werkstätten geht“, erklärt Wildeshausens Ortsbrandmeister Hermann Cordes. „Uns wurde früher immer gesagt, dass Behinderte sich im Notfall an ihrem Arbeitsplatz verschanzen.“

Gruppenführer Jens Hogeback hält über Funk Kontakt zu seinen vier Zweierteams. Plötzlich schrillt ein Totmannmelder. Ein Feuerwehrmann ist in Not, so dass Hogeback ein Rettungsteam ins Gebäude schickt, um den eigenen Mann zu suchen. Nach 20 Minuten kommt die Meldung: „Vier Verletzte sind raus.“ Doch sieben Personen werden im Gebäude vermutet. Also geht die Suche weiter. Als Opfer dienen Strohpuppen, aber auch Kollegen aus den eigenen Reihen.

Insgesamt verfügen die beiden Feuerwehren mit rund 100 Einsatzkräften über 50 Atemschutzgeräteträger. Eine Übung pro Jahr ist Pflicht. Atemschutzgeräteträger bis zum 50. Lebensjahr müssen alle drei Jahre ihre Gesundheit checken lassen und eine Leistungsprüfung ablegen – ab dem 50. Geburtstag jährlich.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Christoph Koopmeiners
Wildeshausen/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2705

Weitere Nachrichten:

Himmelsthür | Feuerwehr Wildeshausen | Hof

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