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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Viele Vorstrafen werden Angeklagten zum Verhängnis

11.05.2017

Ganderkesee /Oldenburg Er hätte eine Chance gehabt. Doch dann hat sich ein 28 Jahre alter Mann aus Ganderkesee durch neue Taten und einen Rückfall in den Drogenkonsum doch wieder alles verscherzt. Jetzt muss er ins Gefängnis.

Wegen Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung ist der Ganderkeseer zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes Delmenhorst hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch in zweiter Instanz bestätigt, obwohl sogar die Staatsanwaltschaft mit einer Bewährungsstrafe hätte leben können.

Der Angeklagte hat bereits eine beachtliche kriminelle Karriere hinter sich. Vor einigen Jahren war er wegen verschiedenster Straftaten, darunter Wohnungseinbrüche, zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Weil Hintergrund aller Taten die Drogenabhängigkeit des Angeklagten war, wurde er seinerzeit in die geschlossene Entzugsklinik eingewiesen. Offenkundig war die Maßnahme dann aber zu früh beendet worden: Der 28-Jährige wurde schnell wieder rückfällig.

Unter anderem deswegen gab es Streit mit seiner Lebensgefährtin, mit der er ein gemeinsames Kind hat. Im Zuge der Auseinandersetzungen beging der Angeklagte dann die Taten, die gestern Gegenstand des Verfahrens waren. Der 28-Jährige hatte seine Lebensgefährtin am Arm verletzt und sie massiv bedroht. Der Frau war die Flucht in eine Pizzeria gelungen. Dort trat der Wüterich dann die Eingangstür ein. Die Frau hatte große Angst vor dem Angeklagten gehabt. Sie suchte anschließend Schutz in einem Frauenhaus.

Mittlerweile hat der Angeklagte einen festen Arbeitsplatz. Mutig hatte er gegen das Delmenhorster Urteil Berufung eingelegt. Die Verteidigung wollte eine Bewährungsstrafe erreichen. Und auch die Staatsanwaltschaft konnte sich mit diesem Gedanken anfreunden. Die Oldenburger Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Alexander Wiebe verwarf aber die Berufung des Ganderkeseers.

Dabei spielten nicht nur die neuen Taten eine Rolle. Der Angeklagte ist ein Bewährungsversager im doppelten Sinne. Er stand nach der frühzeitigen Entlassung aus der Entziehungsanstalt unter Bewährung. Er hätte nicht wieder Rauschgift konsumieren und auch keine neuen Taten begehen dürfen.

Das am Mittwoch bestätigte Urteil kann nun weitreichende Konsequenzen für den Mann haben. Von der früheren Strafe (viereinhalb Jahre) ist noch ein Drittel offen. Möglicherweise muss er das nun zusätzlich verbüßen. Oder er muss zurück in die Entziehungsanstalt.