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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Funke der Begeisterung springt rasch über

03.06.2013

Hude Nichts für schwache (Kinder-)Nerven: Am Steuer des Mannschaftstransportwagens der Feuerwehr Hude sitzt Florian Simpson. Der 47-Jährige ist Hobby-Zauberer. Er hat sich einen schwarzen Sack über den Kopf gezogen. Durch den Stoff kann er nichts sehen, dennoch steuert er den Wagen über eine 50 Meter lange Strecke. Auf den Bänken befinden sich sechs Kinder, alle sind mucksmäuschenstill. Zum Glück sitzt auf dem Beifahrersitz Feuerwehrmann Jörg Schmidt. Der würde zur Not eingreifen, falls der Orientierungssinn des „blinden“ Fahrers versagt. Schmidt hat vor der Fahrt auf drei Symbolkarten geschaut und sich mit Simpson „synchronisiert“. „Wir haben das vorher nur einmal geprobt, es kommt darauf an, sich zu vertrauen“, sagt der Zauberer aus Weyhe, der seine Illusionskunst in der Regel vor sieben- bis 15-jährigen Kindern unter Beweis stellt.

Am Sonntag war er eine der Attraktionen beim Tag der offenen Tür zum 80-jährigen Bestehen der Huder Ortswehr. Der von Horst Henning moderierte Tag bot eine Reihe von Showeffekten: Neben Fettbränden zeigte die Feuerwehr auch das Platzen von Fahrzeug-Airbags. Der Knall kann bis zu 170 Dezibel laut sein, die Wucht der Explosion einen Menschen umhauen. Zwei zerbeulte Wagen hatten die Helfer für einen Unfall drapiert, um zu demonstrieren, mit welchen Geräten bei Rettungseinsätzen gearbeitet wird.

Rauch stieg nicht nur am Grillstand auf, auch aus einem Zelt drangen Qualmwolken. Darin veranschaulichten die Feuerwehrleute, unter welch widrigen Sichtbedingungen die Atemschutzgeräteträger während Haus- und Zimmerbränden arbeiten müssen. „Hier sieht man ja keine Hand vor den Augen“, staunte der 13-jährige Tom.

Der Klassiker im Familienprogramm war die Fahrzeugausstellung: Immer wieder ertönte das von Kindern betätigte Signalhorn, die im Inneren der Löschfahrzeuge herumklettern durften. „Cool! Ich will auch Feuerwehrmann werden“, sprudelte es aus dem fünfjährigen Niklas heraus. Die kleinen Gäste konnten sich auch schminken lassen, im Sand spielen oder an einer Wand an der Wasserspritze ihre Zielgenauigkeit testen. Neben dem Spielbereich war ein Menschenkicker-Feld aufgebaut – das Turnier gewann am Ende „Helenes Fan-Club“ vor der Landjugend Sandersfeld.

„Es war ein toller Tag“, bilanzierte Ortsbrandmeister Heiko Henjes, der allen Beteiligten ein großes Dankeschön aussprach. Er schätzt, dass etwa 2000 bis 3000 Menschen den Tag der offenen Tür besucht haben. Henjes war froh, dass das Wetter mitgespielt hat: „Durch Sankt Florian haben wir ja einen guten Draht nach oben.“

Der Schutzpatron war dann auch noch einmal bei der Blind-Fahrt des Zauberers gefordert.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
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