• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Drogendealer entgeht Gefängnis nur knapp

07.09.2018

Ganderkesee /Delmenhorst Gerade noch so ist ein 24-jähriger Ganderkeseer einer Gefängnisstrafe entgangen. Der Vater einer dreijährigen Tochter ist am Donnerstag vor dem Schöffengericht Delmenhorst wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in 23 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Zudem muss er die erlangten 22 100 Euro zurückzahlen.

Im Elternhaus versteckt

Der 24-Jährige hatte zugegeben, zwischen Dezember 2015 und Juni 2016 etwa einmal wöchentlich 100 Gramm Marihuana gekauft und dann in Mengen bis 5 Gramm weiterverkauft zu haben. Das Gericht ging am Ende von 22 Fällen aus. Hinzu kommt ein größerer Kauf: Mitte Juni 2016 hatte der 24-Jährige 250 Gramm Marihuana zum Preis von 1500 Euro erworben. Mit seinem Dealer traf er sich stets auf dem Gelände des Ganderkeseer Tennisvereins.

238 Gramm fand die Polizei dann nur wenige Tage später bei einer Durchsuchung im Elternhaus des Verurteilten, versteckt in einem Farbeimer und einem Lüftungsrohr.

Die Polizei war dem 24-Jährigen durch die Aussage eines Zeugen auf die Schliche gekommen. Der hatte, nachdem er von der Polizei mit Drogen im Rucksack erwischt worden war, angegeben, als 17-Jähriger regelmäßig Marihuana von dem Angeklagten gekauft zu haben. Allerdings gab er an, dass das schon 2014 gewesen sei.

Am Donnerstag jedoch machte der Hinweisgeber, wie auch alle anderen geladenen Zeugen, mit Ausnahme der Polizeibeamten, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. So konnte das Gericht dem Angeklagten nicht nachweisen, schon vor Ende 2015 gedealt zu haben.

Er habe damals nach einer Verurteilung wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung eine Strafe zahlen müssen und eine schnelle Verdienstmöglichkeit gesucht, gab der Angeklagte an. In einer Shisha-Bar in Ganderkesee habe er über einen Kumpel seinen Lieferanten, der in der Szene unter den Namen „Frosch“ und „Sippe“ bekannt ist, kennengelernt. Wenn er Nachschub brauchte, sei er zum Ganderkeseer Bahnhof gegangen. Dort sei „Frosch“ immer um 17 Uhr mit seinem Fahrrad unterwegs gewesen.

Hilfe bei Aufklärung

Der Name des Dealers konnte mittlerweile mit Hilfe des Angeklagten ermittelt werden. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungsverfahren. Er muss sich unter anderem vor dem Landgericht verantworten. Dort wird dann auch der 24-Jährige gegen ihn aussagen müssen. Dem Vorsitzenden Richter war am Donnerstag sehr daran gelegen, Informationen über „Frosch“ zu bekommen. Die umfangreichen Aussagen des Angeklagten wirkten sich strafmildernd aus. Der Richter begründete das milde Urteil zudem mit der positiven Zukunftsprognose. Der 24-Jährige hat einen Job in Aussicht und gerade Kontakt zu seiner Tochter aufgebaut.

Wie schon bei der Gerichtsverhandlung zu Drogendeals auf dem Schulhof des Ganderkeseer Schulzentrums im Juli wurde auch in diesem Prozess deutlich, dass die Drogenszene im Ort groß ist. Ein Polizeibeamter sprach von 80 Verdächtigen.

Sonja Klanke
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2742

Weitere Nachrichten:

Delmenhorst | Polizei

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.