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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Bomben führten zu Gründung

02.08.2018

Ganderkesee Bomben waren der Auslöser dafür, dass sich Männer aus Havekost und Hengsterholz während des Zweiten Weltkriegs Gedanken über die Gründung einer Feuerwehr machten. „Es gab zunehmend Bombenangriffe. Häuser und Höfe wurden zerstört“, berichtet der frühere Ortsbrandmeister Fredo Heitzhausen. Am 16. Januar 1943 nahmen 16 Männer unter der Leitung von Karl Müsegades die Arbeit auf.

Fest um 19 Uhr

Mit einem Grillabend feiert die Freiwillige Feuerwehr Havekost-Hengsterholz an diesem Freitag ihr 75-jähriges Bestehen. Von 19 Uhr an gibt es am Feuerwehrhaus, Havekoster Straße 8, Grußworte von Ehrengästen. Außerdem wird zum zweiten Mal eine Meisterschaft ausgetragen, bei der Fünfer-Teams leere Bierkisten in die Breite stapeln.

Ein Festprogramm mit Musik vom DJ-Team „Flying Disco Hatten“, einer Hüpfburg, einer Schminkaktion und Stockbrotbacken für Kinder ist ebenfalls geplant. Außerdem gibt es Gegrilltes, Eis und Getränke.

Die Gründungsmitglieder bekamen bald Verstärkung: Schon am 1. April seien zehn Jugendliche dazu gekommen, berichtet Heitzhausen. „Sie waren erst 14 Jahre alt und damit zu jung für die Front, aber alt genug für die Feuerwehr.“ Die Ausstattung war anfangs einfach: Es gab eine Handdruckspritze, bei der acht Männer pumpen mussten. Eine anstrengende Sache, weiß Heitzhausen: „Da ist man nach 20 Minuten fix und fertig.“ Ein Löschgruppenfahrzeug übernahm die Ortswehr aus Bookholzberg. Es sei offen gewesen, berichtet der frühere Ortsbrandmeister. „Wenn man bei Gewitter raus musste, weil der Blitz eingeschlagen hatte, war man sofort nass.“ Auch der Bau eines Feuerwehrhauses begann schon ein Jahr nach der Gründung. Die Holzbaracke wurde 1977 durch ein Flachdach-Gebäude ersetzt, das 2006 um einen Dachaufbau mit Unterrichtsraum erweitert wurde. Ihr erstes eigenes Löschgruppenfahrzeug, einen Ford, bekam die Ortswehr 1953.

Die Helfer aus Havekost und Hengsterholz kümmerten sich um Brände in ihrem Umfeld, etwa einen Großbrand auf dem Gut Holzkamp im Jahr 1958. Immer wieder kam die Ortswehr aber auch überregional zum Einsatz: Bei der Sturmflut von 1962 halfen die Mitglieder an der Nordsee. 1972 erforderte dann eine Jahrhundert-Sturmkatastrophe einen mehrtägigen Einsatz. Fredo Heitzhausen spricht von „Meilensteinen“ der Feuerwehr, die sich auch auf die technische Ausrüstung ausgewirkt haben: „Nach dem Sturmeinsatz bekamen die Feuerwehren Motorsägen.“ Auch bei einem großen Heide- und Flächenbrand in der Lüneburger Heide waren die Helfer gefragt. Denn seit 1968 verfügte die Wehr über ein Tanklöschfahrzeug mit Unimog-Fahrgestell, das auch in unwegsamem Gelände fahren konnte. Der jetzige Unimog soll 2019 durch ein geländegängiges Waldbrandtanklöschfahrzeug ersetzt werden. Die Feuerwehr Havekost-Hengsterholz ist laut Heitzhausen gefordert, wenn es um Wald- und Flächenbrände geht: Sie sei eine von zwei Wehren im Landkreis, die ein solches Fahrzeug habe.

Antje Rickmeier
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2740

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