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Festnahme im Fall Lübcke  – Spuren ins rechte  Milieu?
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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Festnahme im Fall Lübcke – Spuren ins rechte Milieu?

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Wohin mit toten Tieren auf der Straße?

20.03.2019

Ganderkesee Eine huschende Bewegung, ein Knall, großer Schreck – Wildunfälle sind aus gutem Grund von Autofahrern gefürchtet. Wenn ein Reh vor dem eigenen Kühlergrill gelandet ist, wissen viele Fahrer zwar noch irgendwie, dass sie das der Versicherung melden müssen. Aber was ist mit kleineren Tieren wie Katzen, Fasanen, Igeln oder gar Kröten? Immerhin vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo am Straßenrand ein – oder viele – Tierkadaver zu sehen sind. Und wohin eigentlich mit toten Tieren?

Welche Unfälle müssen wem gemeldet werden?

„Wenn jemandem ein Reh oder etwas Größeres vor das Auto läuft, muss dass ab Teilkasko der Versicherung gemeldet werden“, erklärt Jan-Bernd Meyerholz vom Hegering Ganderkesee. Durch die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter gebe es dann eine Bescheinigung für die Versicherung. Welche Tierarten bei einer Kollision als Wildunfall gelten, hängt von der Versicherungspolice ab, bei Teilkasko in der Regel aber jegliches Haarwild und damit zum Beispiel neben Wildschweinen auch Füchse oder Hasen. Federwild wie Fasane, Enten, oder Gänse deckt nur eine Vollkasko ab. Wer eine reine Haftpflichtversicherung hat, muss anfallende Kosten komplett selber zahlen.

Was ist bei Kleintieren wie Hunden und Katzen?

Anders sieht es bei Unfällen mit Kleintieren aus. Bei Haustieren wie Hunden oder Katzen haften im Schadensfall die Halter – diese ausfindig zu machen ist aber nicht immer einfach, oder möglich. Eine Meldepflicht gibt es hier jedoch weder gegenüber den Haltern noch der Polizei, es sei denn, das tote Tier gefährdet den Straßenverkehr. Wer wilde Kleintiere wie Bisamratten oder Igel überfährt, muss niemanden benachrichtigen.

Und bei Nutztieren?

Unfälle mit Nutztieren wie Kühen oder Schafen müssen nicht – außer aus Versicherungsgründen – gemeldet werden, es sei denn es besteht eine Gefahr für den Straßenverkehr. Hier haftet auch der Halter, wenn die Umzäunung unzureichend war. Pferde gelten nicht als Nutztiere, im Sinne der Straßenverkehrsordnung allerdings als Fahrzeuge. Bei einem Pferde-Unfall mit Schadensersatzansprüchen wird meistens geprüft, ob das Kraftfahrzeug den Unfall hätte vermeiden können.

Gibt es eine allgemeine Meldepflicht für Unfälle?

Was es in Niedersachsen oder auch Bremen nicht gibt, ist eine generelle Meldepflicht von Wildunfällen. Wer also nach einem Zusammenstoß mit Wild weder am Fahrzeug noch am eigenen Leib einen Schaden erlitten hat, begeht durch eine Weiterfahrt keine Fahrerflucht im Sinne des Strafgesetzbuches. Aber aufgepasst: Falls das verunfallte Tier noch lebt, kann eine Weiterfahrt ohne Meldung eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz sein, die mit bis zu 5000 Euro Strafe geahndet wird. Im Zweifelsfall sollte man also doch lieber die Polizei oder, falls bekannt, den zuständigen Jäger anrufen, um Ärger zu vermeiden.

Wer entsorgt tote Tiere?

Verendetes Wild darf man zwar selber an den Straßenrand befördern – unter größter Vorsicht! –, aber keinesfalls mitnehmen, sonst macht man sich der Wilderei schuldig: „Totes Wild darf nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Bei Wildunfällen sind die Revierinhaber zuständig“, bestätigt Meyerholz, „die kümmern sich dann.“ Geld koste das nicht – bei abgedeckten Schadensfällen übernehme die Versicherung anfallende Kosten, kleinere Tiere würden von Jägern so mitgenommen werden. Wenn diese nicht erreichbar seien, solle man sich an die Straßenmeisterei wenden, rät Meyerholz.

Das geschehe allerdings eher selten, heißt es dazu bei der Straßenmeisterei Delmenhorst, meist würden Mitarbeiter nur die Tiere einsammeln, die sie auf ihren Arbeitswegen entdeckten. Größere Tiere „ab Hundegröße“ würden zur Tierkörperbeseitigung gebracht, kleine Kadaver dann im sogenannten Seitenraum der Straße beerdigt. Kosten würden einem Melder dabei nicht anfallen.

Die Entsorgung von toten Kleintieren ist nicht streng reguliert. „Das läuft mehr oder weniger freiwillig“, so Meyerholz. Er selbe nehme auf seinen Touren alles an toten Tieren mit, „was Beine hat“, aber eine Verpflichtung gebe es nicht. Oft sei es so, dass Aasfresser vorhandene Tierkadaver auf natürliche Weise beseitigten.

Wer ein totes Tier selbst entsorgen will, kann sich dazu auch an die Oldenburger Fleischmehlfabrik GmbH in Kampe wenden. „Wenn jemand ein kleines Tier im Kofferraum hat, nehmen die das natürlich an“, sagt Michael Löhning, Pressesprecher vom Bezirksverband Oldenburg. Wenn die Fabrik in Eigeninitiative von außerhalb angefordert wird, fallen jedoch Kosten an: 47.60 Euro werden für bis zu 50 Kilogramm Gewicht fällig. Allerdings: „Am besten ist, bei toten Kleintieren auf der Straße die Straßenmeisterei oder Gemeinde anzurufen, die übernehmen das“, heißt es dazu vom Unternehmen.

Und was ist mit Kröten?

„Überfahrene Kröten müssen nicht gemeldet werden“, sagt Biologe Jürgen Brand. Wem gehäuft überfahrene Kröten auffallen, sollte sich an den Landkreis wenden. Je nach Lage könne das dann in der Aufstellung eines Krötenzauns resultieren.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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