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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Laut Statistik eine ganz normale Gemeinde

15.05.2019

Großenkneten Schon in seiner Einleitung im Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschuss zeigte sich Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke sicher: „Wir können auch heute Abend ohne Ängste ins Bett gehen. Wir können uns sicher fühlen.“ Nach dem Vortrag von Frank Köhne, Leiter des Polizeikommissariats Großenkneten-Ahlhorn, durfte er sich bestätigt fühlen. Die Kriminalitätsstatistik weist für die Gemeinde keine gravierend auffälligen Abweichungen gegenüber anderen Kommunen aus, so der Tenor des Abends.

Ein Beispiel für diese These ist die Anzahl der Straftaten hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Da liegt Großenkneten mit 5106 höher als der Schnitt im Landkreis Oldenburg (4633). Besonders deutlich ist der Abstand zur Gemeinde Wardenburg (2693), aber auch im Vergleich zu Hude (4028) liegt Kneten höher. Der Blick auf die Kreisstadt zeigt aber, dass die Zahl der Straftaten in Großenkneten denn doch nicht so hoch ist. Wildeshausen liegt bei 7534 – der Spitzenwert im Landkreis, aber im Vergleich zu anderen Städten wiederum ein niedriger Wert, wie es hieß.

Hinweis zu Zahlen

Polizeirätin Gerke Stüven, Leiterin des Kommissariats Wildeshausen, betonte mehrfach, dass die Zahlen zu relativieren seien. Der eine Ort habe einen Bahnhof, der andere große Schulen: Alle möglichen Faktoren können sich in den Zahlen niederschlagen. „Diese Statistik ist eine Annäherung.“ Es gehe um die der Polizei bekannt gewordenen Sachverhalte: „Wir haben nichts Besseres.“

Köhne stellte eine Grafik nach der anderen vor. Dabei nannte er eingangs zwei Trends: „Die Bereitschaft zur Anzeige ist wesentlich größer geworden“ und seit einigen Jahren spiele der Internetbereich zusehends eine Rolle.

Die Auswertung der Fallzahlen in der Gemeinde zeigt für die vergangenen zehn Jahre, dass sich zuletzt die Zahlen eher auf einem niedrigen Niveau bewegten. Höchststand waren im Jahr 2014 963 Fälle, seitdem waren es 787, 790, 831 und zuletzt 793 Fälle. Pendelte die Aufklärungsquote immer um die 60 Prozent, brach sie im vergangenen Jahr ein: auf 52,84 Prozent. Ein Grund dafür sind die vielen Fahrraddiebstähle, wie Köhne erklärte. Sie seien sehr schwierig aufzuklären. „Subjektiv hat der Bürger das Gefühl, dass die Zahlen gestiegen sind“, so Köhne, doch der Blick auf die Statistik bestätige diesen Eindruck nicht.

Raddiebe sehr aktiv

Die Raddiebstähle pendelten zwischen 2014 und 2017 zwischen 73 und 56. In 2018 schnellten sie auf 116 hoch. Ein Schwerpunkt dabei waren die Bahnhöfe. Die Polizei reagierte mit Präventionsarbeit (wobei zwei Infoabende insgesamt nur drei Bürger besuchten). Zudem installierte die Kommune abschließbare Radkäfige bei der Bahnhöfen. „In den ersten vier Monaten des neuen Jahres ist ein Rückgang zu verzeichnen“, deutetet Köhne einen positiven Trend an. Stüven betonte, dass entsprechende Diebstähle auch angezeigt werden sollten. „Wir sind dran“, betonte sie. Es könne aber auch passieren, dass „Täter“ mit 20 Rädern erwischt würden, aber nicht eines davon als gestohlen gemeldet sei. Dann müsse man sie dem Verdächtigen zurückgeben.

Deutlich rückläufig ist die Zahl der Wohnungseinbrüche. Hatte sie in 2017 noch bei 71 gelegen, ging sie auf 30 herunter. Hier wurde eine Tätergruppe in der Gemeinde gestellt, erläuterte Köhne.

Gegenüber den Zahlen des Landkreises liegt der Anteil der Tatverdächtigen mit nicht-deutscher Herkunft in der Gemeinde zwischen 30 bis 35 Prozent in den vergangenen Jahren. Im Landkreis sind es im Schnitt um die 25 Prozent. Angesichts des wesentlich höheren Anteils an Menschen mit ausländischem Pass in der Gemeinde, speziell in Ahlhorn, ist das wiederum wenig überraschend.

62 Körperverletzungen

Bei der Verteilung der Delikte gibt es im Vergleich zum Landkreis keine großen Ausreißer. So gab es in 2018 62 Körperverletzungen, die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit war rückläufig auf insgesamt 83.

Andrea Oefler (SPD) sagte: „Ich habe mich sehr über die Zahlen gefreut.“ Dass Ahlhorn so schlimm sei, sei nur gefühlt so. „Guckt auf die Zahlen: Es ist nicht so.“ Harm Rykena (AfD) entgegnete , dass es sich um die Zahlen der Gemeinde handele, nicht speziell um Ahlhorn.

Aber auch die Gesamtzahlen sah Polizeirätin Stüven als Beleg, dass es in der Gemeinde kein besonderes Maß an Kriminalität gebe. „Es ist faktisch nicht der Fall“, sagte sie zu dieser immer wieder geäußerten These über Ahlhorn als Schwerpunkt. Schlusswort von Ralf Martens (CDU): „Wo Menschen leben, passieren Dinge, die nicht in Ordnung sind.“ Das ist in Ahlhorn, Großenkneten und Co. nicht anders als anderswo.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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