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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Reptilien: Hatterwüsting: Komposthaufen wird Schlangen-Kindergarten

10.05.2012

HATTERWüSTING Wenn Hans-Dieter Sellmeier zu einer Schlangensichtung gerufen wird, hat sich vorher meist die folgende oder eine ähnliche Situation abgespielt: „Man öffnet eine Gartentür, in der Nähe liegt die Schlange, sie wird erschreckt, zischt bedrohlich und verschwindet unter einem Baum oder in einem anderen Versteck“, erzählt der 64-Jährige.

Die Schlange erscheint durch ihre schnelle Bewegung und durch das Unbehagen, dass sie bei vielen Menschen auslöst, länger und dicker als sie eigentlich ist. Häufig befürchten Menschen, auf eine aus einem Terrarium ausgebrochene Giftschlange gestoßen zu sein und rufen die Polizei oder die Feuerwehr.

Von der Polizei wird Sellmeier gerne zu Rate gezogen, auch wenn die Beamten die Anrufer selbst meistens schon zu beruhigen versuchen. „Mir gelingt es manchmal offenbar leichter, den Menschen die Sorge zu nehmen“, sagt Sellmeier.

Er fragt gezielt nach bestimmten Merkmalen, etwa ob die Schlange auffällige helle Punkte hinter dem Kopf haben – dann handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um die harmlose und völlig ungiftige Ringelnatter. „Sie kommt im Landkreis Oldenburg recht häufig vor, entlang der Hunte, im Barneführerholz, neuerdings wurden Ringelnattern auch in Hude gesichtet“, erzählt Sellmeier.

Auch die giftigen, aber nicht lebensgefährlichen Kreuzottern gibt es im Landkreis, ihre Sichtungen sind allerdings extrem ungewöhnlich. Genau wie die noch seltenere Schlingnatter bringt die Kreuzotter ihre Nachkommen lebend zur Welt und wechselt dafür nicht den Lebensraum.

Die Ringelnatter dagegen legt Eier und sucht sich dafür eine besonders warme Umgebung, die sie zum Beispiel in Komposthaufen findet. Begegnungen mit Menschen sind da natürlich vorprogrammiert. Sie bleiben allerdings meist einmalig. „Die Schlange wird sich verstecken und dann so schnell wie möglich verschwinden“, erklärt Sellmeier. Um die Schlange zu verscheuchen helfe es außerdem, heftig mit dem Fuß aufzustampfen und eventuell auch Wasser über das Versteck zu gießen.

Die Tiere zu verjagen käme dem 64-Jährigen selbst allerdings nicht in den Sinn. Er ist seit seiner Kindheit in Rastede von Schlangen und Molchen begeistert. „Wir haben zwischen den Teichen alles gefangen und bestimmt, was wir gefunden haben“, erinnert er sich. Schon mit acht Jahren war Sellmeier mit einer eigenhändig gefangenen Kreuzotter in der NWZ  abgebildet. Der Experte plädiert für Gelassenheit im Umgang mit Schlangen, wie mit anderen Reptilien und Amphibien. Seit es in der freien Natur immer weniger Kleingewässer gebe, böten Gartenteiche und Gärten vielen seltenen Arten einen Lebensraum. Den Komposthaufen. so rät er, lasse man den Ringelnattern zuliebe im Frühjahr am besten in Ruhe.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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