• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Radwege In Hude: Durch die Speichen betrachtet

17.07.2019

Hude In den 60er-Jahren, sagt Hans-Werner Ellerbrock, da hätten die Leute für jeden noch so kurzen Weg das Auto genommen. Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt. Immer mehr Menschen steigen in der Zeit der komfortablen E-Bikes aufs Fahrrad um. Für kleine Besorgungen im Ort. Für kleinere oder auch größere Radtouren. Leute fahren mit dem Rad zur Arbeit.

Aber leider seien die Wege für die Radfahrer nicht die besten, sagt der 69-jährige Pensionär. Deren Ausbauzustand sei irgendwo in der Denkweise der 60er-Jahre stehengelieben, als das Auto noch Vorrang hatte. Gerade auch im Klosterort seien die Radwege oft viel zu schmal oder in einem baulich schlechten Zustand. Ellerbrock hat den NWZ-Redakteur auf eine kleine Radtour durch den Ort mitgenommen.

Start ist auf der Parkstraße in Richtung Langenberg. Wer auf der Parkstraße den Radweg benutzt, muss ihn sich mit den Fußgängern teilen. Das geht nur durch viel gegenseitige Rücksichtnahme, so die erste Erfahrung. Der Klinker, mit dem der Bürgersteig gepflastert wurde, zeigt zwar eine gepflasterte Trennlinie auf. „Wer hier aber wo fahren oder laufen soll, das ist nicht erkennbar“, sagt Ellerbrock. „Die Eindeutigkeit fehlt“, betont der Huder. Das sei schon damals beim Umbau der Parkstraße Ende der 90er Jahre schlecht geplant worden, meint er. An den Einmündungen fehlen ihm zudem die roten Markierungen, die ganz klar deutlich machen, dass hier Radfahrer die Fahrbahn überqueren. „In anderen Städten ist man da schon weiter“, so Ellerbrock.

Auch auf der weiteren Route über Auf der Nordheide und Langenberger Straße ist es viel zu schmal. Fußgänger sind in beiden Richtungen unterwegs, Radfahrer fahren zunächst nur in eine Richtung. „Dafür reicht der Platz schon nicht aus“, sagt Ellerbrock und verweist auf Stellen, wo der Radweg nur 1,10 Meter breit ist.

Später dann, im Bereich der Unterführung und auch schon davor, dürfen Radfahrer wie auch Fußgänger in beiden Richtungen unterwegs sein. Da wird’s dann richtig ungemütlich.

„Wir fahren hier übrigens auf dem Radfernweg Bremen-Oldenburg-Groningen“, zeigt Ellerbrock auf ein nicht mehr gut lesbares Schild. Dieser Radfernweg führe durch Hude, wie auch viele weitere regionale und überregionale Radrouten. Doch die Beschilderung lasse stark zu wünschen übrig. „Manchmal steht man dann da und weiß nicht mehr wie es weitergeht“, sagt Ellerbrock. Als Huder kennt er sich aus. Doch er denkt an die vielen Radtouristen von außerhalb. Für die müssten eindeutige Wegweisungen vorhanden sein. Irgendwie sei das aber alles durcheinander, so sein subjektiver Eindruck.

Der Radweg an der Heinrich-Dreyer-Straße ist viel zu schmal und sehr holprig. „Großer Schiet“, sagt Ellerbrock. Im Eingangsbereich zum Bahnhofstunnel an der Hohen Straße, wo in Spitzenzeiten Fußgänger und Radler zuhauf aufeinandertreffen, wird’s sehr unübersichtlich. Irgendwo, schon hinter Bewuchs fast nicht zu erkennen, ein uraltes blaues Verkehrsschild, das besagt, Radfahrer und Fußgänger dürfen hier in beide Richtungen fahren.

Schließlich die Kreuzung Vielstedter Straße/Hohe Straße/Burgstraße. Hier nehmen viele Radler, die von der Hohen Straße in Richtung Burgstraße wollen, den Grünstreifen. Das zeigt die ausgefahrene Spur.

Als offizieller Radweg ausgewiesen ist der Wanderweg am Huder Bach zum Skulpturenufer. Hier sind offenbar gerade die schlimmsten Löcher geflickt worden, wie Hans-Werner Ellerbrock feststellt. Im weiteren Verlauf macht das Fahren auf dem holprigen Weg aber keinen Spaß. „Vor vielen Jahren mal asphaltiert, und danach hat man sich nicht mehr gekümmert“, stellt Ellerbrock fest. Endstation der Rundreise durch Hude ist die Straße Hohelucht, Bereich Tempel. Schmal. Ausgefahrene Seitenränder und Schlaglöcher. Kein Radweg. Wer hier als Radfahrer ausweichen muss, braucht einen Schutzengel, um nicht zu Fall zu kommen.

Es sind nur ein paar subjektive Eindrücke, die Ellerbrock bei der Tour vermitteln wollte. Seine Botschaft: Politik und Verwaltung müssen sich mehr Gedanken machen über die Fahrradfreundlichkeit Hudes, gerade auch in Anbetracht der steigenden Zahl von E-Bikes und demnächst wohl auch der Elektro-Roller.

Die SPD hat gerade erst im Mai beantragt, angesichts der zu erwartenden E-Roller Chancen und eventuell auch Konfliktpunkte in der Gemeinde zu beleuchten, über Qualität und Eignung des derzeitigen Fahrradwegenetzes gerade auch für E-Roller zu sprechen und letztendlich ein Konzept zu erarbeiten für die Geh-, Rad- und Fahrwege.

Die Huder CDU habe seines Wissens schon 2015 einen Antrag auf Aufstellung eines Radwegeplanes gestellt. Seitdem habe man davon nichts mehr gehört, bedauert Ellerbrock. Die Qualität der Radwege sei jedoch ein sehr wichtiges Thema, das man in Hude nicht hintenan stellen dürfe, sagt der ehemalige Tourenleiter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bremen.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Rufen Sie mich an:
04408 9988 2721
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.