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17.05.2018
Bild: Polizei

Suchaktion Nach „kaa“:
Königsnatter schlängelt sich immer noch durch Hude

Hude Sie haben alles abgesucht: Jeden Winkel, jede Schublade, jeden Schuh. Seit acht Jahren lebte „Kaa“ bei seiner Familie im Terrarium, und nun hat er sich davon geschlichen. Das alles wegen einer wilden Verfolgungsjagd der übrigen tierischen Mitbewohner des Hauses.

Die Schlange, die einer Huderin am Mittwoch aus dem Terrarium entwischt ist, ist noch nicht gefunden worden. Die Polizei teilt mit, dass es einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben habe, wonach das Tier an der Straße Leckerhörne in Hude gesichtet worden sein soll – drei Kilometer von seinem Zuhause entfernt.

Ausgebüchst ist die Schlange „Kaa“ von ihrer Besitzerin an der Luisenstraße in Hude durch eine offenstehende Terrassentür. „Das war ein großes Missgeschick“, beginnt Ina Kalert zu erzählen. „Wir haben mehrere Tiere zu Hause. Unser Hund war hinter der Katze her, die Katze sprang aufs Terrarium, dabei ist ein Gegenstand umgefallen und die Scheibe kaputtgegangen.“ Das meinte man mit einer dicken Schicht Panzertape vorerst gelöst zu haben.

Doch als die 57-Jährige auf die Dachterrasse geht, um die Kübelpflanzen zu gießen, lässt sie die Terrassentür auf. – Als sie zurückkehrt ist „Kaa“ weg. „Er muss sich gegen das Panzertape gedrückt haben und hat es aus dem Terrarium herausgelöst“, wundert sich Kalert über die Kraft des Tieres. „Das muss mit seiner Größe zu tun haben“, mutmaßt sie.

„Kaa“ ist eine männliche Honduras-Königsnatter. Mit 150 Zentimetern misst er eine stattliche Körpergröße. „Das Tier ist aber absolut harmlos“, sagt Kalert nachdrücklich. Ganz handzahm sei sie allerdings nicht. Wenn sie sich bedroht fühlt, könnte sie beißen. Ein Biss der etwa zehn Jahre alten Schlange ist zwar schmerzhaft, aber nicht giftig.

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg bestätigt das. Die Behörde hat die Daten mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NAWKN) abgestimmt. Hier müssen Halter ihre Tiere melden, wenn diese unter einem besonderen Schutzstatus stehen. „Das ist hier aber nicht der Fall“, erläutert Torsten Kröger, zuständig für den Bereich Artenschutz. „Es handelt sich sozusagen um eine Allerweltsart. Sie ist nicht besonders geschützt und untersteht deshalb auch nicht der Meldepflicht.“

Für bestimmte Arten würden zwar je nach Schutzstatus bestimmte Vorschriften gelten, so Kröger, für das Reptil aus Hude seien aber weder artenschutzrechtliche Regelungen relevant noch Vorschriften bezüglich der Gefahrtierverordnung.

An die Schlange gekommen ist Ina Kalert über ihren Sohn: „Er hat allerdings keine Zeit mehr, weil er studiert.“ Da sich kein Käufer fand, ist „Kaa“ bei ihr geblieben.

Die Polizei in Hude bittet die Bürger, weiterhin aufmerksam zu sein. Wer die Schlange sieht, kann sich unter t 04408/80 66 980 melden. Harald Grotewohlt von der Polizei empfiehlt, die Schlange aus sicherer Entfernung im Auge zu behalten, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind.

Ina Kalert hofft indes, dass die Schlange vor dem Herbst gefunden wird, ansonsten würde sie bei zu kaltem Wetter verenden. „Ich würde mich freuen, wenn wir sie zurückkriegen. Wir haben sie so lange, und es ist ein ganz faszinierendes Tier“, sagt die Naturliebhaberin. „Sie sieht nur sehr dramatisch aus.“

Die Chancen auf das Tier zu stoßen, geschweige denn es zu finden, seien allerdings gering. Dass die Schlange also „relaxed“ über ein Grundstück kriecht, ist eher unwahrscheinlich. Trotzdem hofft Kalert, dass „Kaa“ niemanden beim Pfingstfest im Garten erschrecken wird.

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