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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Nicht wegschauen, wenn Menschen Hilfe brauchen

21.09.2018

Hude „Weggeschaut. Ignoriert. Gekniffen.“ – Das passiert leider immer noch viel zu oft in unserer Gesellschaft. Dabei kann jeder Zivilcourage zeigen, wenn andere Menschen zum Beispiel von jemandem angegriffen werden. Wichtig ist in solchen Situationen besonnenes Handeln, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die schnelle Hilfe für das Opfer steht dabei im Vordergrund. Vermieden werden sollte die direkte Konfrontation mit dem Täter. Man sollte ihm nur deutlich signalisieren, dass da Menschen sind, die seinem Opfer helfen wollen.

„Zivilcourage ist die gewaltfreie Reaktion auf Unrecht“, betont Polizeioberkommissar Martin Klinger, Sachbearbeiter Prävention bei der Polizei in Wildeshausen. Auf Einladung der Präventionsbeauftragten der Gemeinde, Anja Janzen, hielt Klinger am Mittwochabend zum „Tag der Zivilcourage“ einen Vortrag im Huder Rathaus.

Im Dialog mit den rund 25 Anwesenden versuchte Klinger, Ängste abzubauen. Das ist für ihn ein wichtiges Anliegen. Klinger spricht von „sozialen Hemmungen“, von Ängsten vor Tod, Verletzungen und Blamage oder auch vor Repressionen, die vielfach dazu führen, dass Menschen lieber wegschauen und nicht eingreifen.

Klinger erklärte auch das Phänomen der „Pluralistischen Ignoranz“: Wenn keiner reagiere, werde es wohl seinen Sinn haben. Und dann tue man selber auch nichts. Am Ende fühle sich keiner verantwortlich. Das sei falsch.

„Desto mehr Zeit ins Land geht, desto schlimmer wird es für das Opfer“, so Martin Klinger. Spontane Hilfe sei oft lebensnotwendig. Dazu müsse man sich nicht in Gefahr begeben. Werde man auf eine brenzlige Situation aufmerksam, sollte man die Polizei rufen und versuchen, bei anderen Passanten Verbündete zu suchen. Wichtig sei es, andere darauf aufmerksam zu machen, was da gerade passiere. Es gebe so viele Kleinigkeiten, mit denen man einem Opfer helfen und den Täter möglicherweise von seinem Tun abbringen könne. Seine Tipps sind unter anderem:
 Man sollte den Täter unbedingt siezen, das verdeutliche für Umstehende, dass dies kein „privater Streit“ sei.
 Immer sagen „Ich habe die Polizei gerufen!“, statt „Ich rufe gleich die Polizei!“.
  Man sollte versuchen, den Täter zu verunsichern, ihn ausschließlich auf sein Handeln ansprechen, ihm nicht in die Augen sehen und ihn auch nicht anfassen.

Klinger untermauerte seine Erläuterungen mit kleinen Filmbeiträgen. In lockerer Runde wurde das ernste Thema von vielen Seiten beleuchtet. Dabei ging es auch darum, wie man sich als Zeuge markante Details merken kann. „Es war ein richtig guter Dialog“, zog Klinger eine positive Bilanz des Abends.

Und die Teilnehmer fanden es ebenfalls sehr aufschlussreich. „Seine lockere und teilweise humorvolle Art fand Anklang, es wurde aber auch deutlich, dass ihm das Thema sehr am Herzen liegt“, so Präventionsbeauftragte Anja Janzen. Auf einem „Feedback“-Bogen, den Teilnehmer am Ende des Abends ausfüllen konnten, hieß es zum Beispiel: „Die Informationsveranstaltung hat mir die Angst genommen, einzugreifen und genauer zu beobachten.“

Genau das möchte Klinger mit seiner Aufklärungsarbeit erreichen. Wer Interesse an einer solchen Informationsveranstaltung zum Thema Zivilcourage hat, kann sich bei ihm unter Telefon   04431/941137 im Polizeikommissariat Wildeshausen melden.


Mehr Infos auch im Internet unter   www.aktion-tu-was.de 
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