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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

GESCHICHTE: Im ersten Jahr 20 000 Liter Trinkalkohol

07.11.2006

WILDESHAUSEN WILDESHAUSEN/LD - 111 Jahre ist es her, dass der Bereich südöstlich der Huntestraße in Wildeshausen quasi eine einzige „Baustelle“ war. Nachdem bei einem verheerenden Brand mehrere Gebäude den Flammen zum Opfer gefallen waren, ging es nun an den Wiederaufbau. Eines der Gebäude: die „neue“ Brennerei, die dieser Tage vor 111 Jahren – und damit rechtzeitig zur Brennsaison 1895/96 – den Betrieb wieder aufnehmen konnte.

Der Brand war in der Nacht zum 22. April 1895 im Viehstall des Gastwirts und Kornbrenners Wilhelm Kolloge an der Huntestraße ausgebrochen. „Mit furchtbarer Rapidität“ habe sich das Feuer auf den angrenzenden zweiten Stall, das Wohnhaus, die Brennereigebäude sowie die Wohn- und Stallgebäude des Viehhändlers und Schlachters J. Schwabe Söhne ausgebreitet, berichtete damals die Wildeshauser Zeitung. Nur mit Mühe gelang es, die Nachbargebäude des Kupferschmieds Rademacher, des Kaufmanns Börger und des Kaufmanns Louis Schwabe zu halten. Ein Kindermädchen konnte gerade noch rechtzeitig geweckt und gerettet werden.

Die Bilanz nach rund drei Stunden: Sechs große Gebäude lagen in Asche. Obwohl in einem nahen Gasthof das Stiftungsfest des Turnvereins stattgefunden hatte und die Festteilnehmer zur Hilfe herbeigeeilt waren (eine Feuerwehr gab es in Wildeshausen noch nicht), konnte nicht alles Vieh gerettet werden. 22 Kühe und vier Kälber kamen in den Flammen um. Auch die Unterlagen des 1848 gegründeten Männergesangvereins Liedertafel, der im ausgebrannten Gasthaus sein Vereinsdomizil hatte, verbrannten.

Durch das Feuer war auch die alte, bereits von Kolloges Vater aufgebaute Brennerei großteils zerstört. Gespenstisch ragte deren Schornstein aus Ruinen. Die junge Familie des Kornbrenners und Gastwirts fand eine vorübergehende Bleibe im Hause Schwarze/Nolte schräg gegenüber an den Huntestraße.

Beim anschließenden Wiederaufbau der Brennerei zählte auch Sparsamkeit. „Zuerst und vollständig“ sollten die durch den Brand nicht zerstörten Baumaterialien verwendet werden, vereinbarte Wilhelm Kolloge mit dem Bauunternehmen Joh. Weltmann und H. Grashorn. Auch wurde festgelegt, dass die Brennerei (sie war Haupterwerbsquelle der Familie) zuerst zu errichten und bereits im Juli 1895 fertig zu stellen sei. Erst danach sollten das Wohn- und Gasthaus (Oktober 1895) und die Ställe (November 1895) folgen.

In der Brennerei wurden bereits im ersten Betriebsjahr 1895/96 (wieder) mit Hilfe der Dampfkraft etwa 22 000 Liter Trinkalkohol hergestellt. Welche der alten Maschinen und Geräte den Brand überstanden hatten, ist nicht bekannt. Als denkbar gilt dies etwa beim ersten Dampfkessel, der aus dem Jahr 1887 stammt. Die Dampfmaschine wird von Fachleuten auf das Baujahr 1888 geschätzt.

Die Brennerei wurde bis 1978 von Nachfahren des Wilhelm Kolloge betrieben. Seit 1982 ist sie Museum. Besichtigung nach Vereinbarung unter 04222/6517.

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