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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Kein Happy End für Kater Nemo

18.05.2019

Kirchhatten Leise schnurrend liegt Nemo in Britta Schlimbachs Armen. Der etwa neun Jahre alte Kater ist seit Freitag voriger Woche das Sorgenkind der Kirchhatterin. An diesem Tag, den sie nie vergessen wird, ist der schwarze Stubentiger mit dem kleinen weißen Latz vor der Brust von einem Unbekannten ganz in der Nähe der Straße „Dillenesch“, nicht weit von einem Pflegeheim entfernt, angeschossen worden.

„Nachts kommt er immer rein, und anfangs war auch alles wie immer. Doch als ich ihm an diesem Abend ins Fell fasste, es muss so 22.30 Uhr gewesen sein, war meine Hand plötzlich ganz feucht“, erzählt die Katzenhalterin. Draußen regnet es nicht. Blut ist es auch nicht, sondern Wundwasser. Britta Schlimbach greift erneut ins Fell, wenig später hält sie einen metallischen Gegenstand in der Hand. Ein kleines Geschoss, Luftgewehrmunition mit einer kleinen Spitze, steckte im Körper des Katers. Ein Knochen der Wirbelsäule, kurz vorm Schwanzansatz, hat das Projektil gestoppt.

Polizei informiert

Die Frage, wer so etwas einem Tier antut, stellt sich erst später. Zuerst geht es zu Tierarzt Dr. Harald Stolle-Brüers in Schmede, der die Wunde behandelt. Zusätzlich bekommt Nemo, auch wenn er nicht begeistert ist, jeden Tag von Frauchen ein Antibiotikum verabreicht und Salbe in das tiefe Loch der Wunde geschmiert.

Noch am Abend der Tat setzt die Kirchhatterin die Polizei in Wildeshausen von dem Vorfall in Kenntnis. Eine Streife kommt sofort vorbei. Die Beamten nehmen die Sache ernst, auch, weil Anfang des Jahres bei Carlo, einem weiteren Kater, das Geschoss eines Luftgewehrs oder einer Luftpistole beim Röntgen im Körper entdeckt wurde, wie Besitzerin Miriam Bode berichtet. Die Familien Schlimbach und Bode wohnen unmittelbar nebeneinander, ihre beiden Kater sind schwarz mit etwas weißer Brust, unterscheiden sich fast nur durch die Augenfarbe.

„Wie kann man nur so tief sinken und sich feige und hinterhältig an wehrlosen Haustieren abreagieren?“. Diese Frage stellen die beiden betroffenen Frauen und deren Familien nicht nur sich selbst, sondern auch ihrer Nachbarschaft. Auf einer Din-A4-Seite schildern sie den Vorfall und bitten um Hinweise. „Sollte irgendjemand Probleme mit uns oder unseren Katzen haben, dann sprecht uns an – für jedes Problem gibt es eine Lösung“, heißt es weiter in dem Brief an die Nachbarn. Das Schreiben liegt nicht einfach im Briefkasten, Britta Schlimbach übergibt es lieber persönlich. „Viele solidarisieren sich mit uns, das ist schön zu hören“, erzählt sie am vergangenen Mittwochnachmittag im Gespräch mit der NWZ.

„Man macht sich ja Gedanken: Geht es gegen das Tier oder uns?“, sagt Miriam Bode. Eine Antwort haben die Verfasser des Briefes nicht bekommen, werden sie vermutlich auch nicht. Ihr Wunsch ist es unabhängig davon, die Menschen aufzurütteln und dem Täter zu zeigen, dass sein Verhalten völlig inakzeptabel ist. Deshalb auch ihre Entscheidung, damit über die Zeitung in die Öffentlichkeit zu gehen.

Kater Nemo interessiert das alles nicht. Solange seine Wunde nicht völlig geheilt ist, darf er nur ganz kurz vor die Tür, um sein Geschäft zu erledigen. Gerne lässt er sich von dem fremden Besucher, NWZ-Redakteur Werner Fademrecht, ein Weilchen bespielen. Das hilft etwas gegen die Langeweile. Für das gemeinsame Foto schmusen er und Britta Schlimbach dann noch ein bisschen im Wohnzimmer, dort, wo auch ein kleiner Kratzbaum und eine Kuschelhöhle stehen.

Trauriges Ende

Nachtrag: Einen Tag später klingelt in der NWZ-Redaktion das Telefon. Auch wenn sie sehr beherrscht spricht, ist Britta Schlimbach sofort an der Stimme anzumerken, dass etwas Schlimmes passiert ist. Ihr Nemo, er lebt nicht mehr, erzählt sie. Nachdem sich die Gesundheit des Katers schlagartig massiv verschlechterte, endet sein Leben, das zum Schluss für den Geschmack des Freigängers sicher etwas zu eingeengt war, in der Oldenburger Tierklinik.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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