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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Sie bewahrten kühlen Kopf nach dem Flugzeugabsturz

16.04.2015

Bookholzberg „So etwas vergisst man nicht.“ Noch immer steht Gerd Düser unter dem Eindruck des Flugzeugabsturzes unmittelbar an der Autobahn 28 in Höhe der Gemeinde Hatten. Der 47-jährige Malermeister aus Bookholzberg gehörte zu den Ersthelfern bei dem schweren Unfall. Drei Insassen konnten aus dem einmotorigen Propellerflugzeug gerettet werden; der Pilot kam bei dem Absturz ums Leben.

Düser, seine Frau Ramona und ihre Kinder (15 und 12 Jahre alt) waren auf dem Rückweg aus dem Osterurlaub im Emsland. „Eigentlich wollten wir die Landstraße nehmen und noch etwas die Aussicht genießen“, erzählt er. Doch bei Kreyenbrück fuhr die Familie mit ihrem Wohnmobil dann doch auf die Autobahn. „Wir haben aus dem Fenster gesehen“, erzählt Ramona Düser (43), „und den Start des Flugzeugs beobachtet.“ Sie hätte gesehen, dass die Maschine keine Höhe bekam und noch laut zu ihrem Mann gerufen „Pass auf!“. Im gleichen Moment sei das Flugzeug schon in die Leitplanke gekracht. Düser stoppte seinen Camper auf dem Pannenstreifen der A 28.

Werkzeug fehlt

„Ich habe gar nicht erst nachgedacht und bin gleich über die Leitplanke“, erinnert sich der Bookholzberger. Den Piloten und seinen Nebenmann habe er zunächst nicht gesehen. Von der Rücksitzbank sprach ihn ein junger Mann an: „Meine Eltern...“. Düser versuchte die Verletzten zu beruhigen. Ein Notruf wurde abgesetzt. Mittlerweile seien mehrere Helfer an der Unfallstelle gewesen.

Um die Flugzeugtür aufzubrechen, fehlte dem Malermeister das Werkzeug. „Ich lief zurück zum Wohnmobil. Aber es war schon ein ADAC-Helfer vor Ort, der eine Brechstange hatte“, erzählt Düser. Mit vereinten Kräften wurde zunächst die Tür auf der Pilotenseite aufgebrochen und der junge Mann, der wohl zahlreiche Schnittwunden hatte, befreit. Dann war dessen Mutter an der Reihe. Einer der Retter habe den Sicherheitsgurt gelöst. Dann sei die 71-Jährige mit vereinten Kräften über die Tragfläche des Flugzeugs und die Leitplanke hinweg auf die Fahrbahn gebracht worden. Ehefrau Ramona hatte Decken aus dem Camper geholt, auf die die Verletzten (alle aus Syke) gelegt werden konnten. Mittlerweile seien Freiwillige Feuerwehr und Rettungskräfte vor Ort gewesen, die sich um die übrigen Insassen des Flugzeugs kümmerten.

Unter Lebensgefahr

Dass er sich bei seiner Rettungsaktion vermutlich selbst in Lebensgefahr befand, habe er zunächst nicht realisiert. „Da hat nichts gequalmt“, so Düser. „Es rief jemand: Da läuft Kerosin aus!“ Doch der Bookholzberger hatte nur ein Auge für die Verunglückten. Es sei erstaunlich gewesen, wie alles „Hand in Hand“ ging. So hätten einige Freiwillige das Flugzeug stützen müssen, damit die Verletzten über die Tragflächen geborgen werden konnten. Als „vorbildlich“ lobt Düser auch das Verhalten des Kriseninterventionsteams der Malteser, das den Ersthelfern sofort eine psychologische Betreuung angeboten habe.

Düser selbst hat vor etwa 30 Jahren seinen Zivildienst beim DRK in Ganderkesee geleistet und ist danach noch einige Zeit Rettungswagen gefahren. Im Einsatz bei mehreren Unfällen habe er gelernt, kühlen Kopf zu bewahren. Aber dass er bei einem Flugzeugunglück einmal als Ersthelfer gefordert sei, konnte er sich nicht vorstellen.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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