• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Xavier trifft Landkreis mit voller Wucht

06.10.2017

Landkreis /Wildeshausen Zerstörte Häuser, unzählige umgeknickte oder entwurzelte Bäume, gesperrte Straßen und Bahnstrecken, Staus und Wartezeiten: Das Orkan-Tief Xavier hat am Donnerstag im Landkreis Oldenburg sehr viele Spuren hinterlassen. Die Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun, um zunächst zumindest die wichtigsten Straßen befahrbar zu halten. Spektakuläre Bilder am Dünsener Querweg: Vier nebeneinander stehende dicke Eichen waren auf ein Wohnhaus gestürzt. Menschen wurden dabei zum Glück nicht verletzt.

 Samtgem. Harpstedt

Bewohner Ralf Corßen lobte die Nachbarn am Querweg, die gerade bei einem 80. Geburtstag gewesen waren und sofort zur Hilfe eilten. Sie begannen, die Straße für die Feuerwehr freizuschneiden. Ein Nachbar kam mit dem Radlader, eine Frau brachte Getränke für die Helfer.

Alle sieben Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Harpstedt waren im Dauereinsatz, „80 bis 100 Leute“, schätzte Pressesprecher Christian Bahrs. Erstes Fazit: In Hölingen wurde ein Wohnhaus durch einen umgestürzten Baum unbewohnbar, in der Nähe des Judenfriedhofs im Flecken Harpstedt ein Gebäude samt darin befindlichem PKW zerstört. Massive Schäden auch an der Begegnungsstätte am Tielingskamp, die von einer umstürzenden Eiche getroffen wurde, und an der Meyer-Scheune auf dem Koems-Gelände. Delmenhorster Landstraße, Wunderburger Weg, die Straße Zur Großen Höhe und der Horstedter Weg wurden gesperrt.

 Wildeshausen

In Wildeshausen meldete die Freiwillige Feuerwehr am Donnerstagnachmittag mehr als 50 Einsätze in der Stadt und der Landgemeinde. 60 Personen der Feuerwehren Wildeshausen und Düngstrup sowie des städtischen Bauhofs waren im Einsatz. In erster Linie knickten Bäume um. Besonders betroffen waren der Katenbäker Berg und das Waldgebiet rund um die Diakonie Himmelsthür. Die Harpstedter Straße war zeitweilig gesperrt. Am Katenbäker Berg kippte ein Baum auf ein Haus. An der Michaelstraße stürzte ein Baum auf ein Auto.

 Dötlingen

Ab kurz vor 13 Uhr waren alle drei Feuerwehren der Gemeinde Dötlingen im Dauereinsatz. Mit 60 Kräften und zehn Fahrzeugen hatten sie bis 19 Uhr schon 65 Einsätze abgearbeitet. Immer wieder waren Bäume umgefallen, auch auf die Bahnstrecke. Im Einsatzleitwagen der Dötlinger Feuerwehr wurde eine Führungsstelle eingerichtet, die die vielen eingehenden Meldungen von der Großleitstelle koordinierte.

 Großenkneten

Alle vier Feuerwehren der Gemeinde Großenkneten waren von 13 Uhr bis in den Abend im Dauereinsatz. Der Sturm hatte massive Schäden angerichtet. Zahlreiche Bäume kippten auf Straßen und Gleise. Auch einige Häuser waren betroffen, so in Döhlen und Großenkneten. Ebenso erwischte es Autos. Besonders lange war die Kreisstraße in Sannum gesperrt, wo eine große Eiche auf die Fahrbahn gefallen war.

 Wardenburg

An 30 Stellen war die Feuerwehr in der Gemeinde Wardenburg bis zum frühen Abend im Einsatz. Auch hier: Überall umgestürzte Bäume mit zum Teil meterdicken Stämmen. „Bisher ist zum Glück niemand verletzt worden“, so Ortsbrandmeister Stefan Buschmann. Die Böseler Straße und die Eichenstraße waren vorübergehend gesperrt, weil die Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten nicht nachkamen. Am Flüchtlingsheim an der Oldenburger Straße war ein Baum haarscharf am Gebäude vorbeigefallen und hat glücklicherweise lediglich ein paar Dachziegel mitgerissen.

 Hatten

Alle vier Feuerwehren waren mit 80 Kräften seit 12.17 Uhr in der Gemeinde Hatten ununterbrochen im Einsatz. Nach Angaben des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters Hergen Schütte häuften sich bis zum Abend rund 120 Fälle an, in denen umgestürzte Bäume von den Straßen geholt werden mussten. Im Bereich Sandkrug fielen Bäume auch auf Dächer, Menschen wurden nach bisherigem Stand nicht verletzt. Die Nordwest-Bahn stellte ihren Betrieb aus Sicherheitsgründen ein. Der Bauhof der Gemeinde war mit allen Mitarbeitern parallel zur Feuerwehr unterwegs. Dennoch rechnet Schütte damit, dass die Arbeiten am Freitag noch weitergehen werden. Man werde einige Straße bis dahin dicht machen müssen.

 Hude

In der Gemeinde Hude gab es bis zum frühen Abend für rund 60 bis 70 Kräfte der drei Feuerwehren gut 120 Einsätze abzuarbeiten. Auch viele große Bäume wurden vom Sturm umgeworfen. „Sie tragen noch Laub, und der Boden ist aufgeweicht“, so Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf. In Lintel kippte eine Eiche auf eine frisch restaurierte Scheune. Das THW wurde angefordert, um das Gebäude und den Baum zu sichern. Der Bauhof des Zweckverbandes wird ihn dann an diesem Freitag zerlegen. An der Waldstraße in Hude stürzte ein Baum auf einen Anbau. Ein weiterer fiel auf ein Hausdach. Die Dachgeschosswohnung darunter ist unbewohnbar. Personen wurde nicht verletzt.

Bei Wüsting lag ein Baum auf den Schienen. Bahnreisende mussten aufgrund der Einstellung des Zugverkehrs unter anderem einen Intercity (IC) aus Bremen in Hude verlassen und warteten stundenlang. Drei Stunden nachdem der Zug in Hude stoppte, habe es noch keinen Schienenersatzverkehr gegeben, berichteten Reisende. Sie ärgerten sich über die Bahn. „Wir wissen gar nichts. Das ist eine Frechheit“, sagte die 89-Jährige Gudrun Ehrenfeuchter, die nach Oldenburg wollte. Viele Reisende waren auf dem Weg an die Küste, um mit den Fähren nach Borkum, Wangerooge oder Norderney überzusetzen. Sie fürchteten, ihre letzten Fähren zu verpassen.


  www.nwzonline.de/fotos 
Ein Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-kreis 
Video