• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Mit Messer auf Flüchtling eingestochen

14.03.2017

Wardenburg /Oldenburg Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Montag ein 18-jähriger Flüchtling aus Palästina vor der Großen Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 20. Oktober vergangenen Jahres vor einer Flüchtlingsunterkunft in Wardenburg mit einem Messer auf einen 27-jährigen Flüchtling eingestochen zu haben. Die Stiche hätten das Gesicht, den Hinterkopf und den Oberkörper des Opfers getroffen. Nur durch das beherzte Eingreifen von Zeugen sei das Opfer am Tatort nicht verblutet, so die Anklage.

Den Ermittlungen zufolge soll der Angeklagte das spätere Opfer mit einem Telefonanruf aus der Unterkunft gelockt haben. Dann habe er ohne Grund und in Tötungsabsicht zugestochen. Der Angeklagte indes sieht das anders.

Gestern erklärte er, dass es bereits einige Tage vor dem Vorfall Ärger in der Unterkunft gegeben habe. Der 27-Jährige habe zwei jungen Mädchen, die wohl von zu Hause weggelaufen seien, Unterschlupf gewährt. Die Mädchen hätten das mit Sex bezahlen sollen. Das sei ihm unverständlich erschienen, zumal die Mädchen noch so jung gewesen seien.

Der Angeklagte will das in der Unterkunft angesprochen haben, worauf er den Unmut aller Bewohner auf sich gezogen haben will. Vor allem der 27-Jährige sei nicht gut auf ihn zu sprechen gewesen.

Am Vorfallstag sollte es den Angaben des Angeklagten zufolge dann zu einer Aussprache kommen. Doch der 27-Jährige habe ihn gleich als „Hurensohn“ beschimpft und seine Mutter sexistisch beleidigt. „Damit hat er eine Grenze überschritten“, so der Angeklagte. Er sei Rage geraten. Plötzlich aber habe der 27-Jährige ein Messer gezogen, behauptete der Angeklagte.

Um sich zu schützen, habe auch er sein Messer gezückt. Er habe lediglich in Richtung des 27-Jährigen gestochen, um ihn auf Distanz zu halten. Getroffen habe er ihn seiner Meinung nach aber nicht, sagte der Angeklagte.

Das Opfer dagegen konnte gestern mit der Geschichte des Angeklagten gar nichts anfangen. Man habe damals etwas zu besprechen gehabt, dann habe der Angeklagte zugestochen, sagte der 27-Jährige gestern.