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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Mord von 1945 wird wieder diskutiert

16.04.2014

Dötlingen /Wildeshausen Seit vielen Jahren widmet sich Karsten Grashorn der Heimatgeschichte seiner Region. Die letzten Kriegstage 1945 in Dötlingen und Wildeshausen hat er ebenso dokumentiert wie die Geschichte der Wittekindkaserne Wildeshausen. Bei den Vortragsabenden des Bürger- und Geschichtsvereins trat der Dötlinger schon mehrfach auf. Ein Thema hat er aber seit langem als rund 20-seitigen Aufsatz fertig in der Schublage liegen, doch bisher weder veröffentlicht noch vorgetragen: den Mord an Willi Rogge im April 1945 auf der Straße zwischen Dötlingen und Neerstedt.

Mit der „Spiegel“-Geschichte „Mein Vater, der Mörder“ ist dieses Verbrechen schlagartig in die Öffentlichkeit gerückt. In Dötlingen und umzu war das Nachrichtenmagazin am Dienstag ausverkauft. Reporter Cordt Schnibben war bereits vor rund einem Dreivierteljahr bei Grashorn zu Hause zu Gast gewesen und hatte den großen Fundus des Dötlinger Lokalhistorikers genutzt. „Die Geschichte im Spiegel ist sehr, sehr bezogen auf Schnibbens Familiengeschichte“, so Grashorn über die zwölfseitige Story in dem Nachrichtenmagazin, „so hat es Schnibben auch vorgehabt“. Er selber habe damals in seinem Aufsatz die Geschehnisse jener Tage aus Sicht der Dötlinger geschildert. Zurzeit sei an eine Veröffentlichung nicht gedacht, so Grashorn.

Im Vorfeld der Einweihung im November 2009 des Mahnmals für die zivilen Opfer des Zweiten Weltkriegs habe er Teile des Aufsatzes an Bürgermeister Heino Pauka gegeben. „Damals sollte in einem zweiten Schritt noch mehr aufgearbeitet werden“, berichtete Grashorn. So stünden zwar die Schriftzüge auf den Stahlplatte, doch was mit „Mord“ gemeint sei, sei bis heute nicht zu erkennen, bedauert der Heimatforscher.

Warum diese Aufarbeitung nach der festlichen Einweihung des Mahnmals ins Stocken kam und der Name von Rogge bis heute nirgends auf dem Kirchplatz zu finden ist? „Die Dötlinger haben noch Angst, einige zumindest, nicht alle“, meint Grashorn. Er würde es begrüßen, wenn der damals geplante zweite Schritt am Mahnmal folgen würde. „Manche machen ein Mysterium daraus, das ist es aber nicht“, wirbt er dafür, sich der Vergangenheit zu stellen.

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Ulrich Suttka
Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2702

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