• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Tödliche Messerstecherei: Prozess startet

05.12.2013

Wildeshausen /Oldenburg Sechs Monate nach der tödlichen Messerattacke auf einen 20-Jährigen in Wildeshausen hat am Mittwoch vor der Oldenburger Jugendkammer der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen.

Angeklagt sind die 21, 23 und 31 Jahre alten Männer aus Wildeshausen wegen Totschlags, versuchten Totschlags, Anstiftung zum Totschlag und wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Verfahren fand unter größten Sicherheitsvorkehrungen statt. Im Vorfeld des Prozesses soll es Morddrohungen gegen die Angeklagten gegeben haben. Personen aus dem Umfeld des Opfers sollen der Polizei gegenüber unverhohlen erklärt haben, dass sie, falls die Angeklagten nicht hart genug bestraft würden, die Sache selbst in die Hand nehmen würden – allein schon wegen der Ehre.

Die Ehre spielte gestern auch in einem anderen Zusammenhang eine Rolle. Am Prozess nimmt der Vater des Getöteten als Nebenkläger teil. Die Verteidigung sprach ihm aber das Recht dazu ab. Der Mann sei selbst ein „Mörder“ und habe sich damit über die Gesetze hinweggesetzt. In der Tat ist der Nebenkläger vor Jahren rechtskräftig wegen Beihilfe zu einem Ehrenmord verurteilt worden.

Er hatte zusammen mit anderen den Mann getötet, der seinen Vater getötet hatte. Alle Beteiligten und deren Familien stammen gebürtig aus der selben Gegend aus der Türkei. Dort soll seit 50 Jahren ein Streit schwelen, in dessen Verlauf es an die fünfzehn Ehrenmorde gegeben haben soll.

Das alles habe aber nichts mit dem jetzigen Verfahren zu tun, beruhigte am Donnerstag der Vorsitzende Richter Dr. Dirk Reuter. Warum die Angeklagten aber den 20-Jährigen und seinen Begleiter erstochen bzw. schwer verletzt haben sollen, ist völlig unklar.

Wie ihre Familien gehören auch Opfer und Angeklagte der yezidischen Glaubensgemeinschaft an. Auch von einer Beziehungs- oder Drogentat war die Rede. Die tödliche Messerattacke hatte sich in der Wohnung der Lebensgefährtin des 31-jährigen Angeklagten ereignet. Warum sich der 20-Jährige und sein Begleiter dort aufhielten, ist nicht klar. Die Frau hatte dann den 31-Jährigen angerufen. Der soll mit den beiden Mitangeklagten in die Wohnung gestürmt sein und mit Messern auf die beiden Opfer eingestochen haben.

Der 31-Jährige soll dem 23-Jahrigen den Auftrag erteilt haben, den tödlichen Stich zu setzen. Das Krankenhaus, in dem der 20-Jährige starb, war in der Tatnacht von rund 90 Angehörigen des Opfers belagert worden. Auch am Prozess nehmen zahlreiche Angehörige aus beiden Familien teil. Die Angeklagten selbst sind auf freiem Fuß und stehen unter Personenschutz.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.