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Einsatz: Nach der Polizei kommt die Rechnung

31.08.2016

Falkenburg War es nun ein versuchter Einbruch – oder nur ein Fehlalarm? Was sich da genau in der Nacht von Freitag, 3., auf Sonnabend, 4. Juni, beim Falkenburger Schützenhaus am Alten Postweg ereignete, ist umstritten. Fakt ist: Im Nachgang gab es eine Kostenrechnung über 132,50 Euro, ausgestellt von der Polizeiinspektion (PI) Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch für ihren Einsatz. Fakt ist auch: Beim Schützenverein Falkenburg, der die Rechnung bezahlen soll, versteht man die Welt nicht mehr.

Um 22.50 Uhr sei es gewesen, als in besagter Nacht die Alarmanlage anschlug, berichtet Schützenverein-Kassenwart Heiko Mönning.

Als dann die Polizei vor Ort eintraf, sei der optische Alarm noch aktiv gewesen, teilt Polizeisprecherin Melissa Oltmanns mit. Und: „Es konnte kein Einbruchsversuch festgestellt werden.“ Der Fall wurde daraufhin von der Polizei als Fehlalarm eingestuft.

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Im Bereich der Polizeiinspektion gibt es laut Oltmanns pro Monat etwa 80 bis 100 Fehlalarme. In diesen Fällen würden Kostenrechnungen erstellt, wobei die Polizei pro eingesetzten Streifenwagen 125 Euro ansetze – für entstandene Kosten sowie dafür, dass andere Arbeiten nicht erledigt werden konnten. Für die Polizei gebe es beim Ausstellen der Kostenrechnung keinen Ermessensspielraum. Keine Rechnung gebe es von der Polizei bei Brandalarmen, da werde die Kostenrechnung durch die Feuerwehr gefertigt.

Die Polizeisprecherin betonte, dass mit der Regelung für Fehlalarme nicht die Fälle berührt seien, wo Zeugen verdächtige Beobachtungen gemacht haben und sich bei der Polizei melden. In solchen Fällen müsse sich niemand Gedanken machen, dass er eine Rechnung bekommt.

Indes: Für Heiko Mönning ist das Verhalten der Polizei „nicht verständlich“. Im Falkenburger Fall seien von Bürgern in der Nähe des Schützenhauses Leute gesehen worden. Er habe sehr wohl den Verdacht, dass hier Einbrecher unterwegs waren. Ins nahe gelegene Sportlerheim sei bereits mehrfach eingebrochen worden. Im Übrigen sei doch die Konsequenz klar: Wer fürchte, von der Polizei eine Rechnung zu bekommen, „der ruft bei ihr gar nicht mehr an“.

Auch die Falkenburger Ratsfrau Christel Zießler (SPD) befürchtet eine abschreckende Wirkung der Rechnung. Sie hat den Fall jetzt an den Landtagsabgeordneten Axel Brammer weitergeleitet. Eine Antwort habe sie noch nicht.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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