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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Feuerwehr: Das ist das neue „HLF 20“

12.04.2018

Neerstedt Es hat 16 Tonnen Nutzlast, ist 290 PS stark und kann jederzeit eingesetzt werden – das neue HLF 20 der Ortsfeuerwehr Neerstedt. Von der ersten Planung bis zur tatsächlichen Anschaffung vergingen rund zweieinhalb Jahre. Seit Mitte Februar steht es in der Feuerwehrfahrzeughalle in Neerstedt. Das Fahrgestell ist von der Firma MAN, der Aufbau des Fahrzeugs vom österreichischen Feuerwehrausrüster Rosenbauer hergestellt worden.

HLF ist die Abkürzung für Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Die 20 steht für die Pumpleistung des Fahrzeugs – ebenfalls in abgekürzter Form. Zwei weitere Nullen zeigen, dass das Fahrzeug nach Norm über eine Pumpleistung von mindestens 2000 Liter pro Minute verfügen muss. Wie der Name schon verrät, ist dieses Fahrzeug insbesondere für Hilfeleistungseinsätze konzipiert. Im März kam das neue Gefährt erstmals bei Baumsägearbeiten zum Einsatz. Bei dem Einsatz sowie bei Übungen stellte die Ortswehr bisher fest: Die neuen Funktionen am Fahrzeug sind eine deutliche Erleichterung. Was das genau für Funktionen sind, zeigten Ortsbrandmeister Martin Einemann mit Stellvertreter Dirk Lüke sowie die Pressewarte Jannis Wilgen und Patrick Zerbst der NWZ.

Führerhaus

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Im Führerhaus befindet sich am Fahrerplatz ein Display. Von dort lässt sich einiges regeln und kontrollieren. Neu ist der Einsatzstellentaster. Wird dieser vom Maschinisten gedrückt, wird das HLF 20 auf den Einsatz eingerichtet: Das Blaulicht und die Warnblinkanlage gehen an. Die Umfeldbeleuchtung wird aktiviert, ebenso wie Lichtmast und Pumpe. Dem Maschinisten wird dadurch Arbeit abgenommen: Zuvor musste er die Funktionen einzeln betätigen.

An den Türen der Mannschaftskabine befinden sich zwei Stufen, die beim Öffnen automatisch herausgeschwenkt werden. Dies ist nicht nur eine Erleichterung für die Einsatzkräfte, sondern minimiert auch die Unfallgefahr.

Atemschutzgeräte

An sechs Sitzen im Mannschaftsraum befinden sich integrierte Pressluftatemschutzgeräte. Das Besondere: Für gewöhnlich sind in solch einer Kabine nur zwei bis vier der Pressluftatmer untergebracht. Die Neerstedter Ortswehr kann hier sofort auf sechs Atemschutzgeräte zurückgreifen. Das spart Platz im Aufbau des Fahrzeugs, wo sich für gewöhnlich ein Teil der Geräte befindet.

Aufbau

Der Aufbau – quasi der Geräteraum des Fahrzeugs – ist übersichtlicher gestaltet. Er beinhaltet ebenfalls nennenswerte Details: Besonders ist unter anderem die Rettungsplattform. Benötigt wird sie, wenn die Feuerwehrleute in erhöhter Position arbeiten müssen – beispielsweise, wenn ein Fahrer aus einem Lkw-Führerhaus befreit wird. Neu im Aufbau ist zudem die Schleifkorbtrage. In dem orangefarbenen Gerät, das einem flachen Boot ähnelt, werden Patienten transportiert. Der Vorteil gegenüber einer gewöhnlichen Trage: Die Patienten können mit Gurten fixiert und dadurch in engen Bereichen nicht nur schonender, sondern gegebenenfalls sogar kopfüber transportiert werden.

Als weitere Zusatzausrüstung gilt das robuste Tierhebegeschirr. Es kommt zum Einsatz, wenn Großtiere mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne gehoben werden müssen.

Lichtmast

Die Feuerwehr muss im Ernstfall die Einsatzstelle gut ausleuchten können. Für diesen Fall gibt es auf dem Fahrzeugdach einen LED-Lichtmast, der bei Bedarf per Fernbedienung ausgefahren wird. Er ist um 360 Grad schwenkbar, strahlt wahlweise punktuell oder gestreut. Früher musste solch ein Lichtmast mit dem Stromgenerator betrieben werden, heute ist es dank der LED-Technik über die Lichtmaschine im Fahrzeug möglich. Das Notstromaggregat ist somit nicht mehr ans Fahrzeug gebunden und kann an anderer Stelle eingesetzt werden. Den LED-Lichtmast gibt es zudem noch im Handformat: Die akkubetriebene Lampe wird auf ein Stativ gesteckt und kann bis zu acht Stunden am Stück brennen.

Leiter

Eine Arbeitserleichterung bietet die Entnahmehilfe für die Schiebleiter auf dem Dach. Über eine Stange können die Einsatzkräfte die Leiter herunterziehen – früher mussten zwei Feuerwehrmänner aufs Dach klettern, um das Gerät herunterzureichen. Die Transportlänge der Leiter beträgt 5,60 Meter. Im ausgezogenen Zustand misst sie 14 Meter.

Pumpe

Das Herzstück des Wagens ist die Pumpe, die sich am Heck befindet. Früher kamen Hebel zum Einsatz, jetzt wird das Gerät elektrisch über einen Bildschirm gesteuert. Die Pumpe liefert mehr als 3500 Liter Wasser pro Minute. Der dazugehörige Tank fasst 2000 Liter Wasser – das kommt als Überbrückung zum Einsatz, bis die Schläuche an eine Wasserversorgung geschlossen sind. Die Automatik regelt, dass der Ausgangsdruck entsprechend der gewählten Einstellung konstant bleibt. An dem Bildschirm werden neben der Pumpe auch die Heckwarnleuchte sowie die Umfeldbeleuchtung gesteuert. Durch die Befüllautomatik regelt die Pumpe selbst, dass der Tank immer mit ausreichend Wasser versorgt ist. Ein zusätzlicher Schaumtank fasst 180 Liter Schaummittel, das dem Löschwasser auf Knopfdruck zugemischt werden kann. Der Anteil des Schaummittels kann frei zwischen 0,1 und 6 Prozent gewählt werden – je nachdem, ob nur die Oberflächenspannung des Wassers reduziert werden soll oder tatsächlich Schaum als Löschmittel eingesetzt wird.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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