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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Nur Stacheldrahtzaun reicht bei Pferden nicht aus

21.10.2008

BUSCH „Wir hatten wahnsinniges Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt Rosemarie Just. Bei einem Reitunfall sind sie und ihr Mann Klaus-Peter Just nur knapp einem Unglück entgangen. Nun wollen sie auf falsche Methoden der Pferdehaltung aufmerksam machen, damit sich so ein Fall nicht wiederholt.

Die Eheleute Just waren auf ihren Pferden ausgeritten und kamen unterhalb von Joel, neben der Autobahn 1, an einer Wiese vorbei. Ein Shetlandpony stand dort allein, sah die beiden fremden Pferde und brach durch das Gatter. „Es folgte seinem Herdentrieb“, erklärt Just. Sonst steht es mit zwei anderen Pferden auf der Koppel.

Das Pony stürmte auf die fremden Pferde zu, die daraufhin durchgingen. Klaus-Peter Just stürzte mit seinem Tier in einen Graben. Das zweite Pferd warf Rosemarie Just ab und stürmte mit dem Pony davon. Ratlos bleiben die Pferdebesitzer bei der Frage, wie die Pferde ein Wildgatter passieren konnten, das 3,30 Meter breit ist. Erst hinter der Autobahnbrücke konnten zwei junge Frauen die Tiere zum Stehen bringen. „Das muss man wirklich loben, dass sie mit so viel Sachverstand, Mut und Umsicht gehandelt haben“, sagt Just. Wären die Tiere auf die Autobahn, die Bahnschienen oder die kurvige Wildeshauser Straße gelaufen, hätte Schlimmes passieren können. So kamen die Beteiligten und auch die Pferde weitestgehend mit dem Schrecken davon.

Auch die Besitzerin des Ponys war schockiert von dem Vorfall. Sie wolle dafür sorgen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholen könne, schilderte sie der NWZ.

Durch den Vorfall wurde Klaus-Peter Just noch einmal auf das Problem von Stacheldrahtzäunen aufmerksam, mit dem die Tiere eingezäunt waren. „Das ist keine artgerechte Tierhaltung“, so Just. Auch dem Veterinäramt ist dieses Problem bekannt. „Stacheldraht allein reicht bei Pferden nicht aus“, sagt Dr. Gero Leiner vom Veterinäramt. Da die Tiere einen ausgeprägten Fluchtinstinkt haben, können sie sich verletzten, wenn sie in Panik geraten. Leider komme es trotzdem immer wieder vor. Wenn Kuhwiesen zu Pferdewiesen umgewandelt werden, werden oft die alten Zäune stehen gelassen. Vielen ist dann gar nicht bewusst, dass sie die Tiere damit gefährden. Daher wünscht sich Just, dass die Sensibilität in der Bevölkerung für dieses Thema gestärkt wird. „Wenn so ein Fall bei uns bekannt wird, wirken wir darauf hin, dass die Halter das ändern und für gut sichtbare weniger verletzungsträchtige Einzäunungen sorgen“, sagt Leiner.

Ebenfalls deutlich geworden ist, dass man nicht jedes Pferd allein auf einer Weide lassen kann. „Das müssen die Pferdehalter entscheiden. Die kennen die Tiere am besten und wissen, ob sie das machen können. Grundsätzlich sind Pferde Herdentiere und sollten nicht allein gehalten werden“, sagt Gero Leiner.

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