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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Interview: Öffentlichkeit ist große Hilfe

03.08.2016
Frage: Frau Oltmanns, welche Möglichkeiten hat die Polizei bei der Suche nach vermissten Personen, besonders wenn es um vermutlich hilflose Senioren oder um Kinder geht?

Oltmanns: Zunächst versuchen wir die Situation einzuschätzen, das heißt, wer genau wird vermisst und wann und wo wurde die Person zuletzt gesehen? Was könnte passiert sein? Wie alt ist die vermisste Person und wie ist ihr Gesundheitszustand? Bei unseren Überlegungen beziehen wir zum Beispiel auch das

Wetter mit ein. Um eine groß angelegte Suchaktion durchführen zu können, reicht das Personal der örtlichen Polizei oft nicht aus. In solchen Fällen erhalten wir Unterstützung von der Bereitschaftspolizei und auch von lokalen Rettungsdiensten wie z.B. dem Roten Kreuz, der Feuerwehr oder dem THW. Je nach Terrain, Tageszeit und Wetter werden auch Suchhunde oder Hubschrauber mit Wärmebildkamera, Boote und Taucher eingesetzt. Eventuell kann das Telefon der Person geortet werden, und natürlich befragen wir Verwandte, Nachbarn oder Zeugen, wo sich die Person aufhalten könnte. Hinweise aus der Bevölkerung können uns bei der Suche weiterhelfen!

Frage: Gibt es einen festen Ablaufplan, nach dem festgelegt wird, wann zum Beispiel ein Hubschrauber eingesetzt wird, wann die Freiwilligen Feuerwehren hinzugerufen werden und wann auch die Öffentlichkeit in die Suche einbezogen wird?

Oltmanns: Einen festen Ablaufplan gibt es nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab und muss bei jedem Fall neu

bewertet werden. Oft arbeitet die Zeit gegen uns, besonders wenn zum Beispiel Kinder oder Senioren vermisst werden, die orientierungslos oder krank sind. Da wird in wenigen Stunden viel veranlasst und vorbereitet, um eine schnelle und effektive Suche durchführen zu können. Hundertschaften durchkämmen zum Beispiel Waldgebiete, der Helikopter überfliegt das Gelände und Hunde nehmen die Spur der vermissten Person auf und gleichzeitig ermitteln Polizeibeamte im Umfeld des Vermissten. Um schnell zu sein, müssen wir teilweise alles gleichzeitig machen und finden so vielleicht die Person oder ein Puzzleteil, das uns zu ihr führt. Die Fahndung in der Öffentlichkeit kann eine große Hilfe sein. Zeitungs- oder Fernsehbeiträge, Rundfunkdurchsagen, Handzettel und Plakate unterstützen die Suche und können wichtige Hinweise liefern. Zudem veröffentlichen wir in geeigneten Fällen auch Fahndungsaufrufe in den sozialen Medien.

In der Regel finden wir die Vermissten aber ohne groß angelegte Suchaktionen, da wir Kontakt zu ihnen aufnehmen konnten oder aber sie sich bei Verwandten oder Freunden aufhalten.

Frage: Was können Helikopterbesatzungen aus großer Höhe überhaupt erkennen, was nicht auch vom Boden zu sehen ist? Welche technischen Hilfsmittel haben die Besatzungen?

Oltmanns: Die Helikopterbesatzungen können in kürzester Zeit ein großes Gebiet überfliegen. Mit Kameras ist

es möglich, bestimmte Bereiche zu überblicken. Vor allem wenn das Terrain sehr groß oder unübersichtlich ist, helfen Wärmebildkameras sowohl am Tage als auch in der Nacht bei der Suche. Spezielle Sonarboote können bei der Suche auf dem Wasser unterstützen, wenn ein Unglücksfall zum Beispiel nicht ausgeschlossen werden kann.

Frage: Muss die Polizei bei der Suche auch die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen beachten? Wann darf eine Personenbeschreibung, wann ein Bild veröffentlicht werden?

Oltmanns: Die Persönlichkeitsrechte müssen immer beachtet werden. Wenn eine Gefahr für Leib oder Leben

besteht und andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind, suchen wir aber auch mit Bildern und dem vollständigen Namen nach der vermissten Person. Im Zweifelsfall auch ohne Einwilligung der Angehörigen. Eine Personenbeschreibung geben wir schon frühzeitig raus.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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