• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

FREIWILLIGE FEUERWEHR: Ortschronik entsteht bei Spurensuche

06.07.2009

GANDERKESEE Die Mitglieder der Senioren-Union Ganderkesee waren sehr angetan von dem, was Werner Lüdeke ihnen auf der jüngsten Zusammenkunft vorgestellt hat. In rund zweijähriger Arbeit hat der begeisterte Feuerwehrmann die Geschichte der allermeisten Angehörigen der FF Ganderkesee recherchiert, die mittlerweile verstorben sind. Dabei entstanden nicht nur etliche umfängliche Porträts von Persönlichkeiten der Gemeinde. Die ungewöhnliche, mit historischen Fotos angereicherte Dokumentation ist zugleich auch ein Stück Ortschronik.

Interesse am Menschen

„Über die Arbeit der Feuerwehr wird in den Medien berichtet, aber selten über die Menschen, die dahinter stehen“, erläuterte Lüdeke seine Beweggründe für die engagierte Fleißarbeit. Die Leistungen der mittlerweile verstorbenen Wehrleute sollten nicht vergessen, sondern der Nachwelt erhalten werden.

Lüdeke, Brandmeister und Bezirksstabführer a.D des Regierungsbezirks Weser-Ems, hat sich zwischen 1956 und 1999 selbst bei der Ganderkeseer Wehr engagiert und damit die Hälfte ihrer Geschichte mit geprägt. Dennoch war es nicht einfach, die Spuren aller 40 Männer zurückzuverfolgen, die 1911 die Wehr gegründet und ihr als aktive Mitglieder angehört hatten. Manche Familien hatten die Erinnerungen dokumentiert, berichtete Lüdeke. „Da gab es nicht nur gut sortierte Fotos, sondern auch schriftliche Aufzeichnungen.“ Wenn die Familie nicht mehr aufzufinden war, half häufig ein Blick ins Kirchenbuch. „Edith Tönjes aus dem Kirchenbüro hat wertvolle Unterstützung geleistet“, lobt der Autor die wirksame Unterstützung.

Nicht immer freiwillig

Der Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr war nicht immer freiwillig: Zwischen 1939 und 1945 wurden ältere Löschkräfte dienstverpflichtet, weil die allermeisten Wehrleute an der Front waren. Und da sich während des Zweiten Weltkriegs die Einsätze häuften, gab es zur Entlastung der Männer sogar eine Frauengruppe, die dafür sorgte, dass die Schläuche gereinigt und getrocknet sowie die Fahrzeuge für den nächsten Notfall vorbereitet wurden.

Von Giebel erschlagen

Während eines Löscheinsatzes ums Leben gekommen ist nach Lüdekes Chronik bislang lediglich ein Ganderkeseer Feuerwehrmann: Hinrich Köhler wurde 1942 unter einer einstürzenden Giebelwand begraben und erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Lüdeke schildert aber auch tragische Schicksale, etwa das von Bruno Warrelmann. Der Feuerwehrmann hatte 1945 geheiratet und deshalb Fronturlaub bekommen. Er wurde bei einem Granatenangriff auf Ganderkesee vor seiner Haustür getötet. Und eines der wenigen jüdischen Mitglieder der FF Ganderkesee, Fritz Alexander, starb 1943 im KZ Theresienstadt.

Lüdeke hofft, dass sich für seine Dokumentation ein Verleger findet. Schließlich steht das 100-jährige Bestehen der Wehr bald bevor. Bis dahin wird er sich noch den Schicksalen weiterer ehemaliger Kameraden widmen. 180 „Lebensläufe“ hat er bereits verfasst.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Wolfgang Loest Redaktionsleitung / Redaktion Ganderkesee
Rufen Sie mich an:
04222 8077 2741
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.