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Handwerker-Abzocke In Ganderkesee: Rechnung war elfmal so hoch wie das Angebot

07.12.2016

Ganderkesee Die miese Masche hat Methode: Auch in Ganderkesee ist ein Hausbesitzer von reisenden Handwerkern heimgesucht worden, die ihre Leistungen zuerst günstig anboten und hinterher teuer abkassieren wollten. Wie im Rethorner Fall möchte der Geschädigte nicht seinen Namen in der Zeitung lesen, er ist der Redaktion aber bekannt.

Abflüsse passten nicht

Für 440 Euro hatte ihm eine dreiköpfige Gruppe, die nach eigenen Angaben aus Ungarn kam, am vergangenen Freitag die Erneuerung der Dachrinnen auf rund 20 Metern angeboten. Der 83-Jährige ließ sich auf das Geschäft ein. Dummerweise passten die 100 Millimeter breiten Rinnenabflüsse, die die Männer besorgt hatten, nicht auf die vorhandenen 80-Millimeter-Fallrohre. Aber die Fallrohre seien ohnehin nicht mehr in Ordnung, die würden sie mal besser gleich mit erneuern, sagten die Handwerker. Nach wenigen Stunden waren sie fertig mit der Arbeit und präsentierten dem Hauseigentümer die Rechnung: 4800 Euro – fast elfmal so viel wie anfangs offeriert. „Und dabei waren die Arbeiten noch nicht einmal fachgerecht ausgeführt worden“, ärgert sich der Ganderkeseer.

Als er die Zahlung in dieser Höhe verweigerte, strich der Anführer des Trios die Summe zusammen: Jetzt sollten es „nur“ noch 3700 Euro sein – angeblich ein Nachlass bei den Materialkosten. Der 83-Jährige, der sich von dem kräftigen Mann unter Druck gesetzt fühlte, willigte ein. Die drei Ungarn begleiteten ihn zur Bank, blieben aber in einiger Entfernung. „Die wirkten nervös“, erinnert sich der Geschädigte. Als er die verlangte Summe in bar gezahlt hatte, waren die Handwerker schnell verschwunden. Zuvor hatten sie noch einmal versucht, einen höheren Betrag zu fordern, worauf sich der Ganderkeseer aber nicht einließ.

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„Nicht drängen lassen“

„Niemand ist verpflichtet, in solchen Fällen sofort zu bezahlen“, betont Polizeisprecherin Melissa Oltmanns. „Man sollte sich auf keinen Fall zu irgendetwas drängen lassen.“ Wer misstrauisch sei oder die verlangte Summe als unangemessen empfinde, könne die Polizei verständigen oder sich an Angehörige oder Nachbarn wenden. Noch ein Tipp: „Vor Beginn der Arbeiten sollte mit den Anbietern ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden.“

Auch aus Bookholzberg war der Polizei vor zwei Wochen ein ähnlicher Fall gemeldet worden, wie Oltmanns auf Nachfrage bestätigte. Dort hatte ein reisendes Handwerker-Trio von einem 80-Jährigen sogar 23.000 Euro für neue Dachrinnen gefordert – und sich nach Einschalten der Polizei mit 2000 Euro zufrieden gegeben.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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