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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Hungrig aus dem Krankenhaus entlassen

24.01.2019

Rethorn /Stenum /Delmenhorst Am Dienstagnachmittag wähnte Brigitte Erdmann ihre Mutter noch in guten Händen: Zwar war die 97-jährige Erika Neumann am Tag zuvor wegen eines Bandscheibenvorfalls ins Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) eingeliefert worden, aber schon am Mittwochmorgen sollte sie entlassen werden – zur Weiterbehandlung bei einem Facharzt. „Dagegen ist nichts zu sagen“, findet Brigitte Erdmann, „dass meine Mutter in ihrem Alter nicht mehr operiert werden kann, verstehe ich.“ Und eine Pflegerin auf der Station habe ihr noch versichert, so die Tochter, „dass sie ordentlich entlassen wird“. Mit einem Krankentransport sollte die alte Dame, die körperlich gebrechlich, im Kopf aber noch rege ist, nach Stenum gefahren werden, wo sie im Altenpflegeheim Waldschlösschen lebt.

Dort kam Erika Neumann am Mittwochmorgen auch an – aber nicht „ordentlich“, beklagt ihre Tochter: „Sie hat noch ihr Nachthemd getragen, ein Frühstück hat sie im Krankenhaus nicht mehr bekommen, gewaschen wurde sie auch nicht.“ Und die Windel aus der Nacht sei ebenfalls nicht gewechselt worden. „So geht man nicht mit Menschen um“, findet die Rethornerin. Was Brigitte Erdmann zusätzlich ärgert: „Die Krankenkassen bezahlen den ganzen Tag – obwohl die Leistung nicht mehr erbracht wurde.“ Sie und ihr Bruder wollten sich jetzt mit der Krankenversicherung ihrer Mutter in Verbindung setzen, kündigte die 72-Jährige an.

Zu den Abrechnungsmodalitäten konnte Aline Becker, Sprecherin des Josef-Hospitals, am Mittwoch noch keine Angaben machen. Das fehlende Frühstück indes räumte sie ein: Das Krankenhaus bedauere dies. Auf der Station werde das Frühstück zwischen 8 und 8.30 Uhr ausgegeben. Da für Erika Neumann aber erst am Vorabend ein Liegend-Transport für den nächsten Morgen bestellt werden konnte, habe die Firma ein geeignetes Fahrzeug nur noch für 8.30 Uhr anbieten können – und das sei dann auch noch eine halbe Stunde früher gekommen. „Wir möchten betonen, dass das nicht der Regelfall ist und auch das Pflegepersonal nicht zufrieden mit dieser Ausnahmesituation war“, so Becker.

Entschieden weist das JHD aber den Vorwurf der fehlenden Körperhygiene zurück. Erika Neumann sei pflegerisch umfassend versorgt worden, versichert die Sprecherin: „Die Patientin hat am Morgen der Entlassung Hilfestellung bei der Körperpflege erhalten. Darüber hinaus wurde auch kurz vor ihrer Entlassung nochmals eine Intimpflege durchgeführt.“

Dass die 97-Jährige beim Transport nach Stenum noch ihr Nachthemd trug, bestätigt Aline Becker – jedoch habe man ihr eine Hose, Socken, feste Schuhe und eine Winterjacke angezogen, Zusätzlich habe man ihr im Liege-Taxi eine Decke gereicht.

Waldschlösschen-Leiterin Heinke Schwarze hatte von dem Fall Kenntnis erhalten, wollte ihn aber nicht kommentieren. Nur soviel: ,„Wir arbeiten gut mit dem Krankenhaus zusammen.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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