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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Retter proben den Ernstfall

25.04.2016

Hatterwüsting Sonntagmorgen, kurz nach 8 Uhr. Ruhig ist es auf Dorfstraße in Hatterwüsting, nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Plötzlich durchbricht ein Feuerwehrwagen die Stille, kurz danach folgen die nächsten. Die Retter nähern sich, so schnell es geht, dem Dorfplatz. Schon von weitem können die Feuerwehrleute aus Sandkrug, Sandhatten, Kirchhatten und Dingstede sehen, dass auf der schnurgeraden Straße ein Bus und zwei Kleinwagen miteinander kollidiert sein müssen.

Es dauert zumindest ein paar Sekunden, bis den Einsatzkräften klar wird, dass es sich zum Glück nur um eine Übung handelt. Keine gewöhnliche, der Aufwand, der betrieben wird, ist sehr groß. 25 Mitarbeiter aus dem Team der realistischen Unfalldarstellung der Johanniter Unfallhilfe treten als Verletzte auf. Pyrotechniker sorgen dafür, dass die Unfallwagen und ein defekter Stromverteilerkasten brennen und qualmen.

Insgesamt müssen 180 Einsatzkräfte jetzt zeigen, was sie gelernt haben. Neben den Feuerwehren sind zwei Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug, Rettungsdienstleiter und Leitender Notarzt sowie fünf Schnelleinsatzgruppen aus Ahlhorn (Johanniter), Ganderkesee (DRK), Hude (DRK), Sandkrug (Malteser) und Wildeshausen (Malteser) involviert. Die EWE Netz hilft ebenso mit, dass die Übung möglichst realistisch abläuft, wie die Firmen Krohne Network und Koopmann Fahrzeuge (Kirchhatten), die den Bus und zwei Pkw kostenlos anlieferte und wieder abfährt. Unter den Beobachtern, die auf jeden Handgriff schauen, sind Hergen Schütte, stellvertretender Gemeindebrandmeister Hattens, Thorsten Schnitger, Gemeindebrandmeister aus Großenkneten, und Dr. Peter Günther, Ärztlicher Leiter im Rettungsdienst.

Hattens Gemeindebrandmeister Stefan Heinke hat die Übung nach eigenen Angaben seit November 2015 geplant. Bis zuletzt blieb sie größtmöglich geheim. Sein Fazit lautet: „Das Übungsziel wurde erreicht. Man hat aber schon gemerkt, dass sowohl die Feuerwehr als auch der Rettungsdienst bei einer Anzahl von 25 Verletzen und mehr schnell an ihre Grenzen stoßen.“

Dennoch habe die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Organisationen sehr gut geklappt, so Heinke. Ungereimtheiten gelte es, zu erfassen und so zu strukturieren, dass bei einem möglichen Ernstfall in dieser Größenordnung jeder wisse, wie was ab zu arbeiten ist.

In 14 Tagen wird es eine Übungsnachbesprechung geben. Bis dahin wird in den einzelnen Organisationen der Ablauf noch mal besprochen. Heinke ist überzeugt: „Eine Übung in dieser Größenordnung mit der Feuerwehr und dem Rettungsdienst zusammen war mehr als überfällig und nötig. Nur wenn wir alles einmal geübt haben, wissen wir, wo mögliche Fehlerquellen lauern und können diese im Vorfeld ausmerzen. Das ist uns bei dieser Übung auf jeden Fall gelungen.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
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