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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Sandkruger Ortsbrandmeister schlägt Alarm

13.02.2019

Sandkrug Zehn Jahre ist es her, dass bei der Freiwilligen Feuerwehr Sandkrug Jürgen Dallmann und Maik Schütte als Ortsbrandmeister bzw. sein Stellvertreter viel Verantwortung übernommen haben. In seinem persönlichen Rückblick machte Dallmann deutlich, dass das Ehrenamt sicherlich viel Positives biete – ausdrücklich nannte er das im Bau befindliche neue Feuerwehrhaus, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 und den ebenfalls noch in diesem Jahr erwarteten Einsatzleitwagen (ELW).

Wie mittelständische Firma

Allerdings, verschweigt der Sandkruger nicht, dass die Schattenseite der Freiwilligen Feuerwehr immer größer wird. „Die Überbelastung der Freiwilligen Feuerwehr und nicht etwa der demografische Wandel droht ihr Untergang zu werden“, warnt Jürgen Dallmann.

Die Ausrüstung sei mittlerweile so umfangreich geworden, dass heute nicht jeder mehr alles bedienen könne. Die digitale Welt habe auch vor der Feuerwehr nicht halt gemacht und fordere alle Kameraden ständig aufs Neue. „Als Ortsbrandmeister führen wir mittlerweile eine Firma von etwa 100 Personen. Geht irgendwo etwas schief, ist immer der Ortsbrandmeister haftbar – bis vor den Staatsanwalt.“

Namen und Daten

Ehrungen: Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Sandkrug wurden ausgezeichnet: Gerd Siegfried Diers und Fritz Kahlen.

Beförderungen: Zu Feuerwehrfrauen ernannt wurden die Zwillingsschwestern Gesa und Wiebke Buß. Zum Feuerwehrmann befördert wurde Silas Gerken. Oberfeuerwehrmann ist ab sofort Lennart Bischoff.

Wichtige Termine in 2019: 24. April, geplanter Termin für das Richtfest beim neuen Feuerwehrhaus am Mühlenweg in Streekermoor 15./16. Juni, Unterstützung des Familienfestes 12. bis 15. Juli, Schützenfest 3. August, Brandschutzwache fürs Tabularaaza-Festival in Wiemersland 27. bis 31. Dezember, Umzug ins neue Feuerwehrhaus.

Dallmann nannte im Beisein der gesetzlichen Vertreterin des Bürgermeisters, Heike Kersting, und des stellvertretenden Ratsvorsitzenden, Johannes große Beilage, zwei Beispiele. Beispiel eins: die Überprüfung der persönlichen Schutzausrüstung. Damit die gesamte Innenmembran sichtbar werde, seien zwei Personen fast 15 Minuten beschäftigt, alles müsse natürlich dokumentiert werden. Ist die Membran defekt, kann Feuchtigkeit nach innen eindringen – passierte das einem Atemschutzträger im Einsatz, bei Temperaturen weit über 200 Grad – drohten schwere Verbrühungen, „weil die defekte Schutzausrüstung wie ein Schnellkochtopf funktionieren würde“, so Dallmann. „Haftbar für die ganze Sache ist der Ortsbrandmeister.“

Beispiel zwei: Der Sandkruger erinnerte an die Anforderungen bei Einsätzen mit giftigen und gefährlichen Stoffen. Kommen Kameraden mit diesen in Berührung, muss dies dokumentiert und archiviert werden – für 40 Jahre. Bei Versäumnissen seitens des Ortsbrandmeisters könne der Kamerad im Krankheitsfall keine Ansprüche geltend machen.

Keiner seiner Amtskollegen habe sich bislang öffentlich zu diesen Themen geäußert, er habe das Gefühl, alle hätten Angst, sich die Finger zu verbrennen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Maik Schütte hat Jürgen Dallmann einen Verbesserungsvorschlag: „Wir sind der Meinung, dass der Gemeindebrandmeister, ausgebildet als Brandschutzprüfer, hauptamtlich eingesetzt werden sollte und so die Ortsbrandmeister entsprechend entlastet.“ Dieser Vorstoß kam für die Versammlung spürbar völlig überraschend. Der ebenfalls als Gast anwesende ehrenamtliche Hatter Gemeindebrandmeister Stefan Heinke nahm den Faden in seinem Grußwort auf. Er finde die Idee nicht schlecht, so der Sandhatter. Die Argumentation des Ortsbrandmeisters sei „absolut nachvollziehbar, schließlich lastet sehr viel auf den Ortsbrandmeistern.“

Kritisches Positionspapier

Wie ein Positionspapier des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes zu einer Novellierung des Brandschutzgesetzes vom Februar 2012 verrät, lässt die derzeit gültige gesetzliche Regelung eine hauptberufliche Beschäftigung der Führungskräfte in den Feuerwehren wohl bereits jetzt zu. Der Verband lehnt allerdings das Übertragen der Aufgabe auf einen verbeamteten Mitarbeiter der Verwaltung unter Abschaffung des Wahlvorschlagsrechts ab. Die Begründung: „Durch die vorgenannte Regelung besteht die Gefahr, dass hier nicht das Ehrenamt gefördert, sondern gar beschädigt wird, da offensichtlich die Freiwilligkeit und Leistungsfähigkeit des Ehrenamtes grundsätzlich in Frage gestellt wird.“

Vonseiten der Gemeinde gab es auf der Versammlung uneingeschränktes Lob für die Ehrenamtlichen. „Danke für euren Einsatz und die unzähligen Stunden, die ihr investiert“, so Heike Kersting. „Schön, dass wir uns auf euch verlassen können“, dankte Johannes große Beilage.


Das Rundschreiben des Landesfeuerwehrverbandes unter   https://bit.ly/2sdosmg 
Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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