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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Schnelle Hilfe rettet Leben

01.04.2017

Wüsting Robin Kramer ist auf dem Weg nach Hause. Nur eben schnell Brötchen holen. Doch als er gerade auf den Parkplatz lenkt, piept sein Melder mit einem schrillen Ton. Auf dem kleinen Display des schwarzen Gerätes steht: „Bewusstlose Person in der Nordwest-Bahn, Wüsting Bahnhof.“

Statt Brötchen holen ist nun Helfen angesagt. Robin Kramer macht sich auf den Weg zum Bahnhof. Ganz vorne, im ersten Waggon, ist eine Person zusammengebrochen. Bevor der alarmierte Rettungsdienst eintrifft, kann der Rettungshelfer die Erstversorgung des Patienten übernehmen – und damit Leben retten.

Viele Einsätze im Jahr

„Im vergangenen Jahr hatte ein Passant am Einsatzort schon mit der Laien-Defibrillation begonnen, ich habe den Patienten dann mit meinem Defibrillator behandelt. Ich bin mir ziemlich sicher, das Leben des Wüstingers gerettet zu haben“, erklärt der 41-Jährige. 54 Einsätze hatte er im Jahr 2016, 74 waren es im Jahr 2015. In einer Statistik auf seiner Internetseite führt Kramer 39 chirurgische Notfälle (Stürze, Brüche), 49 internistische Notfälle wie Atemnot oder Herz-Kreislaufprobleme sowie zehn neurologische Einsätze, unter die auch Schlaganfälle fallen, auf.

Alarmiert wird er über die Großleitstelle Oldenburger Land. Sein Gebiet hat er vorher selber abgesteckt, alarmiert wird er nur, wenn er auch im Gebiet ist und sich vorher bei der Leitstelle angemeldet hat. Denn der First Responder ist ehrenamtlich im Einsatz, im Hauptberuf arbeitet er als Techniker.

Die ersten Minuten

„Insgesamt 13 Jahre lang bin ich in Hude und Ganderkesee den Rettungsdienst gefahren. Als First Responder arbeite ich in Wüsting, weil der Rettungswagen länger braucht und es gerade bei einem Herzstillstand wichtig ist, die ersten Minuten zu überbrücken“, erklärt Kramer.

Auch eine Hausgeburt hat er in Wüsting schon begleitet, bei Bauchschmerzen könne er aber auch nur mit dem Patienten auf den Rettungswagen warten. „Die Einsätze dauern häufig etwa eine Stunde. Für die Kollegen auf den Rettungswagen ist es praktisch, weil ich dann vorher das Haus gefunden habe und sie den Einsatzort leichter finden. Und auch während ihres Einsatzes bleibe ich häufig, denn helfende Hände sind dann immer gut“, so der Rettungshelfer.

Rückhalt für Feuerwehr

„Robin ist auch ein guter Rückhalt für die Feuerwehr“, bestätig Rainer Suhr. Er ist Ortsbrandmeister bei der Feuerwehr Wüsting und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Holle. Zusammen mit Frank Haye, ebenfalls Vorsitzender, übergab er dem First Responder eine Spende in Höhe von 300 Euro. „Die Jagdgenossenschaft hat seine Dienste schon in Anspruch genommen und Robin war als erster am Unfallort“, so Suhr. Die Jagdgenossen schütten regelmäßig Geld aus, in diesem Jahr soll davon das Ehrenamt von Robin Kramer profitieren. „Die 300 Euro sind für den Akku des Defibrillators bestimmt. Der wurde damals auch gespendet und ist mittlerweile ungefähr vier Jahre alt“, sagt Kramer.

Wüstinger spenden

Und der Geldsegen geht weiter. 385 Euro kamen beim Kinderfasching in Wüsting zusammen, auch dieses Geld geht an Robin Kramer. „Vielen Wüstingern ist gar nicht bekannt, dass der First Responder ein Ehrenamt ist. Es kann nicht sein, dass Robin das für uns macht und es auf seine Kosten geht“, sagt Sandra Wenke. Die Summe sei durch den Eintritt zum Fasching im Wüstenlander Hof – der den Saal umsonst zur Verfügung stellte – und den Verkauf gespendeter Kuchen zusammen gekommen.

Verbrauchsmaterialien wie Verbände oder Pflaster kann er sich vom Rettungsdienst wiederholen. Klebeelektroden für den Defibrillator oder auch Spritkosten muss der 41-Jährige selber tragen. „Ich habe auch schon einmal bei den Krankenkassen angerufen – keine Chance.“


  www.firstresponder-wuesting.de 
Mareike Wübben
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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