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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Stundenlanger Kampf gegen das Wasser

01.07.2017

Sandkrug Heftiger Regen hat am Donnerstagabend für Überschwemmungen, nasse Keller und stellenweise auch für Probleme mit der Kanalisation in Sandkrug gesorgt. Die neue TSG-Sporthalle an der Schultredde drohte voll Wasser zu laufen. Dies konnte durch die Feuerwehr gerade noch erfolgreich verhindert werden. Nötig war dazu allerdings der gleichzeitige Einsatz dreier Pumpen – gemeinsam beförderten sie 3000 Liter pro Minute durch Schläuche weg von der Schultredde und in ein nahegelegenes Waldstück mit Sandboden hinein.

 Das sagt die Feuerwehr

„Eine ähnliche Situation hatten wir schon einmal im Vorjahr, hier besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Ortsbrandmeister Jürgen Dallmann. Die Schultredde bildet in dem Gebiet eine Senke, mit der Folge, dass das Regenwasser von allen Seiten in die Straße läuft und sich selbst bei normalem Regen große Pfützen bilden.

50 Liter pro Quadratmeter waren ab 18 Uhr über der Gemeinde Hatten heruntergekommen. In Sandkrug und Hatterwüsting liefen mehrere Keller in Einfamilienhäusern sowie eines Hotels mit Wasser voll. Eine Tiefgarage musste ebenfalls leer gepumpt werden. Bei einigen Geschäften im Ortskern drohte Wasser in die Verkaufsräume zu laufen. Dies konnte aber durch den schnellen Einsatz der Kameraden abgewendet werden. Betroffen war auch die Gaststätte „Zum Pfefferkorn“ an der Bahnhofstraße. In Hatterwüsting gab es Probleme mit dem Regenwasser selbst im Neubaugebiet am Brachvogelring. Hier soll die Ursache laut Gemeinde daran liegen, dass die Oberflächenentwässerung der Straße wegen der laufenden Bauarbeiten noch gar nicht in vollem Maße arbeiten konnte.

70 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Kirchhatten, Sandkrug und Wardenburg sowie des Technischen Hilfswerks Wardenburg waren bis 23 Uhr mit 13 Fahrzeugen unter Blaulicht unterwegs, um zu helfen. Die Schnelle Einsatzgruppe der Malteser unterstützte die Helfer während des langen Einsatzes mit Verpflegung.

Die Feuerwehr hadert rückblickend mit dem Verhalten zumindest einiger Autofahrer. Brücken, die zum Schutz der unter starkem Druck stehenden Schläuche dienen, würden häufig viel zu schnell überquert oder es werde direkt auf ihnen beschleunigt, beklagt Ortsbrandmeister Dallmann. Beides gefährde die Brücken und damit auch die Schläuche und bereite der Feuerwehr unnötig zusätzliche Arbeit.

Ein großes Lob bekommen die Helfer vom Orts- und Bürgerverein Sandkrug. „Danke für Euren wieder einmal tollen Einsatz für Sandkrug und seine Bewohner. Ihr seid und bleibt unentbehrlich“, hat Klaus Dallenga den Kameraden per Whatsapp geschrieben.

 Das sagt die Gemeinde

Am Tag danach war der Einsatz auch Thema im Rathaus. Da es sich um eine „Extremwetterlage“ und „höhere Gewalt“ gehandelt habe, komme auf die Betroffenen keine Kosten für die Hilfeleistung der Feuerwehren zu, so Heike Kersting, Vertreterin des Bürgermeisters zur NWZ.

Ein Regenwasserkanal hätte die Überschwemmungen möglicherweise verhindern können. Diesen Schutz gibt es aber nach Aussage der Gemeinde nur im Wirtschaftspark Sandkrug und wegen des lehmhaltigen Bodens im Bereich Röbkengarten (Kirchhatten). Dies ist auch laut Gemeinde grundsätzlich so gewollt. Die Untere Naturschutzbehörde lege Wert darauf, dass das Regenwasser an Ort und Stelle verriesele – normalerweise im Bereich des sandigen Bodens in Hatten kein Problem. Ob das Problem mit einer leistungsfähigeren Kanalisation überhaupt in den Griff zu bekommen wäre, so mancher Experte zweifelt daran. „Gegen Starkregen wie den am Donnerstag kann kein Kanal oder Graben ausgelegt werden“, heißt es aus dem Hatter Bauamt. Ein Problem sei die zunehmende Verdichtung von Flächen, die dazu führe, dass das Regenwasser doch nicht vor Ort verriesele, sondern über die Grundstücke zur Straße laufe und dann dort in die Kanalisation.

 Das sagt der OOWV

Der OOWV ist in Hatten sowohl für die Schmutzwasser- als auch Regenwasserentsorgung zuständig. Dies betreffe allerdings nur den Bereich der Kanalisation, sagt Regionalleiter Stefan Fauerbach. Gräben frei zu halten, sei beispielsweise die Aufgabe der Kommune. Die Kläranlage an der Astruper Straße komme selbst mit den Wassermassen vom Donnerstag klar. Dafür sorge u.a. ein 3000 Kubikmeter großes Misch- und Ausgleichsbecken. „Wir haben genügend Zeit zum Belüften und Reinigen des Schmutzwassers“, so der Regionalleiter. Solange das Wasser nicht aus der Kanalisation an die Oberfläche tritt und dann oberirdisch in Häuser zu laufen droht, sieht sich der OOWV auch nicht zuständig. Hausbesitzer sollten zum Schutz ihres Gebäudes rechtzeitig an den Einbau und die regelmäßige Wartung von Sicherheitsvorrichtungen denken.

„Vor wenigen Jahren galten Starkregenfälle noch als außergewöhnliches Ereignis. Inzwischen treten sie so wiederkehrend auf, dass wir von einer Häufung im Jahresverlauf ab dem Frühjahr ausgehen müssen“, sagt OOWV-Bereichsleiter Axel Frerichs. Gleiche der Regen einem Sturzbach seien auch größere Kanäle kurzzeitig überfordert. Die Folge: Das angestaute Wasser dringe bei überfluteten Straßen auch in den Schmutzwasserkanal ein und drücke aus tiefer gelegenen Einrichtungen wie beispielsweise dem Bodenablauf in den Keller. Frerichs: „Jeder Einzelne kann sein Haus schützen: Durch eine Rückstauklappe in der Grundstücksentwässerung.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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