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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Wenn der eigene Hof zur Schnellstraße wird

26.03.2019

Wardenburg Auf dem Hof von Jasmin und Michael Ahlers in der Gemeinde Wardenburg ist es in der Regel ziemlich ruhig. Die Kinder Lea und Merlin spielen auf dem Rasen, Familienhund Sunny kann sich frei bewegen und die Mutter von Jasmin Ahlers, Petra Hassfurther, lebt ebenfalls mit auf dem Hof. In den vergangenen sechs Monaten wurde es in dieser ländlichen Idylle jedoch zweimal lebensgefährlich, vor allem für die Kinder und den Hund.

Nämlich dann, wenn die Huntloser Straße in Westerburg, an der der Hof der Familie steht, aufgrund eines umgekippten Baumes gesperrt werden muss. Zuletzt war dies am 15. März der Fall. „Viele Autofahrer sind daraufhin über unseren Hof gefahren und haben dafür auch das geschlossene Tor geöffnet“, berichtet Jasmin Ahlers.

Anzeigen gegen Autofahrer wären legitim

Die Anwohnerin muss sich die Inanspruchnahme ihres Privatgrundstückes als Umleitung nicht bieten lassen. Das macht Albert Seegers, Pressesprecher der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, auf NWZ-Nachfrage deutlich. Wenn es sich um ein befriedetes Besitztum handle, könnten sich die Autofahrer wegen Hausfriedensbruch strafbar gemacht haben. Ebenso komme wegen des Entfernens des Schildes „Privatweg …“ eine Sachbeschädigung in Betracht. „Einer Anzeigenerstattung anhand notierter Kennzeichen durch die Anwohnerin steht unter diesen Umständen nichts im Wege“, sagt Seegers.

Sollte sich ein solcher Vorfall wiederholen, könne die Anwohnerin auch die Polizei um Schutz ihres Besitztums ersuchen. Seegers: „Diese Möglichkeit führt aber unter Umständen nicht zu einem sofortigen Erfolg, weil die Polizei sich vorrangig um die Sicherung des Straßenverkehrs (umgestürzter Baum) kümmern muss, ehe sie die Absicherung von Eigentum in Angriff nehme.

Die Sperrung des Privatweges durch die Polizei dürfte eine nachhaltigere Wirkung auf die Autofahrer haben als durch eine Privatperson. Eine Umleitung müsste zunächst auf ihre Benutzbarkeit überprüft werden.

Obwohl durch auf dem Grundstück liegendes Spielzeug sofort erkennbar ist, dass hier Kinder spielen, hätten die Autofahrer dennoch kräftig Gas gegeben: „Ich schätze, dass einige mit 40 Stundenkilometern unterwegs waren. Als unser Familienhund Lucy fast angefahren wurde, hat es mir gereicht“, sagt Jasmin Ahlers.

Sie schrieb in die Facebook-Gruppe „Wardenburg, meine Gemeinde“ und wies darauf hin, dass es sich bei dem Gelände um einen Privatweg handelt. Auch die Zufahrt von hinten auf den Hof ist bereits ein Privatweg, der mit einem „Durchfahrt verboten“-Schild gekennzeichnet ist. Dieses ist zwar bereits sehr alt und schwieriger zu erkennen. Autofahrer müssten jedoch wissen, um was für ein Schild es sich handelt.

„Wir haben auch ein Schild mit der Aufschrift ,Privatweg-Durchfahrt verboten’ aufgestellt, dieses wurde einfach entfernt“, berichtet Jasmin Ahlers. Der Zustand der Anliegerstraße hat sich zudem deutlich verschlechtert: „Wenn der Weg erneuert werden muss, müssen wir das zahlen.“

Als das Ehepaar die Tore wieder geschlossen und die Autofahrer weggewunken hat, wurden einige zudem noch beleidigend. Spuren wilder Wendemanöver auf der Weide neben dem Privatweg sind noch deutlich erkennbar.

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass so viele Autofahrer diese Strecke als Abkürzung benutzen? „Ein Autofahrer sagt mir, dass die Strecke in seinem Navi als Straße eingezeichnet war“, berichtet Michael Ahlers. Möglicherweise gingen einige davon aus, dass es sich um eine öffentliche Straße handelt. Spätestens wenn sie vor dem Tor stehen, müssten sie jedoch gemerkt haben, dass dies ein Privatgrundstück ist.

Jasmin Ahlers zeigt auch gleich, wie die Sperrung über öffentliche Straßen umfahren werden kann: Über den Lammerweg den Voßbergweg und den Dorfweg sowie über die Straßen Zum Hansberg, Dobbenstraße, Huntloser Straße und den Dorfweg kommen die Autofahrer an ihr Ziel, ohne jemanden zu gefährden.

Nils Coordes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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