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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Wenn Rehe über die Straße huschen

30.11.2013

Wüsting /Hude Donnerstagabend gegen 18.15 Uhr auf der Freiherr-von-Münnich-Straße in Wüsting: Eine 30-jährige Autofahrerin aus Ganderkesee ist mit ihrem Kombi in Richtung Hude unterwegs, als ein Sprung Rehe über die Straße läuft. Die Frau versucht, mit ihrem Fahrzeug auszuweichen, zieht den Wagen nach links und prallt frontal gegen einen Baum. Zum Glück sei sie nicht schnell gefahren, nur so um die 50 bis 60 km/h, erzählt die geschockte Fahrerin. Sie blieb bei dem Unfall unverletzt. Die Tiere ebenfalls. Sie verschwanden in der Dunkelheit. Den Schaden am Fahrzeug schätzten die Beamten der Polizei Hude auf rund 10 000 Euro.

Nicht immer gehen Wildunfälle so „glimpflich“ aus.

Unfallschwerpunkte

Die Freiherr-von-Münnich-Straße ist einer der Unfallschwerpunkte im Bereich des Hegerings Hude, was Zusammenstöße mit Rehwild angeht, sagt Hegeringleiter Heino Rippen. „Die beste Möglichkeit, einen Wildunfall zu verhindern, ist es, den Fuß vom Gas zu nehmen.“

Die Kreisjägerschaft hat aufgrund der hohen Fallwildzahlen in den vergangenen Jahren Kampagnen gestartet, um Autofahrer zu warnen. Dazu gehören die orangenen Dreibeine, die auch im Bereich der Gemeinde Hude an besonderen Unfallschwerpunkten schon in der zweiten Sai-                                           son aufgestellt sind. Das sind neben der Freiherr-von-Münnich-Straße im Bereich Wüsting auch die Vielstedter Straße am Hasbruch und die Linteler Straße am Reiherholz.

Rund ein Drittel des getöteten Rehwildes im Streckenbericht des Hegerings Hude kommt jährlich bei Verkehrsunfällen zu Tode und nicht durch die Flinte eines Jägers. Im Jahr 2012 waren es 36 von insgesamt 92 erlegten Tieren, berichtet Rippen. In diesem Jahr wird es eine ähnliche Zahl sein, meint der Hegeringleiter. Gefühlt vielleicht sogar noch etwas mehr. Konkret könne das aber erst zum Jahresende ausgewertet werden.

Wald und Wiese

„Eigentlich kann es jeder sehen: Wenn die Straße Grenze zwischen Wald und Wiese ist, ist die Gefahr besonders groß, das Tiere aus dem Busch kommen“, stellt Rippen fest.

Und es ist nicht nur die Paarungszeit der Rehe, die sogenannte „Blattzeit“ ab Ende Juli bis zum Spätsommer, die besonders gefährlich ist. „Man muss das ganze Jahr aufpassen“, sagt Rippen. So sei zu beobachten, dass die Rehe in den Maisfeldern Deckung fänden. Wenn diese dann abgeerntet seien, würden die Tiere oft kopflos durch die Gegend laufen, weil ihnen der vertraute Unterschlupf abhanden gekommen sei.

Und Ballonfahrer zum Beispiel brächten durch das typische Zischen der Brenner nicht nur die Rehe, sondern auch andere Tiere oft völlig durcheinander.

833 Unfälle im Jahr

Aufpassen ist laut Rippen auch immer angesagt, wenn Jagden stattfinden. Die Jäger warnen nicht ohne Grund mit zusätzlichen Schildern vor einem möglichen Wildwechsel.

30 Prozent aller Verkehrsunfälle im Landkreis Oldenburg waren im vergangenen Jahr Wildunfälle. Insgesamt waren es 833 Unfälle in 2012. Für 2013 zeichnet sich eine ähnliche Tendenz ab. Im ersten Halbjahr waren es schon 386, wie Polizei-Pressesprecherin Jennifer Koch auf Nachfrage berichtete.

Schilder ernst nehmen

Auch die Polizeiinspektion appelliert dringend an die Autofahrer, die Beschilderung ernst zu nehmen und die Geschwindigkeit anzupassen, um entsprechend reagieren zu können, wenn Rehe und andere Tiere die Fahrbahn kreuzen.