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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Brüder schlagen in Tumult zu

20.11.2019

Wildeshausen /Ahlhorn Eigentlich war es nur ein Verkehrsunfall wie viele. Doch am späten Abend des 17. September 2017 spielten sich nach einem solchen Unfall in den folgenden Minuten tumultartige Szenen im Ahlhorner Kreisverkehr ab, in deren Verlauf mehrere Familienmitglieder und Bekannte zweier Unfallbeteiligter aufgebracht dazustießen.

Der Vater der zwei jungen Männer aus dem einen Unfallwagen und einer seiner Brüder seien dabei auf einen damals 51-Jährigen losgegangen und hätten diesen geschlagen. So urteilte das Amtsgericht Wildeshausen am Ende des Hauptverfahrens am Dienstagmittag. Der 51-Jährige aus der Gemeinde Großenkneten und der 40-Jährige aus Wildeshausen wurden wegen gemeinschaftlich gefährlicher Körperverletzung zu mehrmonatigen Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer nach einem Anruf des beteiligten Sohnes des 51-Jährigen zum Kreisverkehr nach Ahlhorn gefahren waren. Ein Polizist hatte gesehen, wie die beiden Männer den 51-jährigen Unfallbeteiligten geschlagen hatten. Gestützt wurde diese Aussage von weiteren Zeugen. Ebenfalls verhandelt wurde der tätliche Angriff auf eine Polizistin. Diese war nach eigener Aussage in der Menschenmenge vom heute 51-Jährigen geschubst worden und gefallen.

Die Anwälte der Angeklagten hatten auf Freispruch plädiert, da aus ihrer Sicht die Vorwürfe während des Verfahrens nicht eindeutig ihren Mandanten zugeordnet werden konnten. Das sah das Gericht anders. Der 51-Jährige wurde zu acht Monaten und 250 Euro Schmerzensgeld an dem geschädigten Mann verurteilt.

Sein elf Jahre jüngerer Bruder aus Wildeshausen erhielt eine Strafe von sechs Monaten – und damit den untersten Bereich im möglichen Rahmen, wie die Richterin sagte. Ergänzend dazu muss er 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Beide Strafen wurden zur Bewährung (drei Jahre) ausgesetzt. Den Männern wird außerdem für einen Monat die Fahrerlaubnis entzogen. Wer auf einen banalen Unfall so reagiere und auch vor der Polizei nicht zurückschrecke, für den sei der Führerscheinentzug eine angemessene Strafe, begründete die Richterin.

Strafmildernd wirkte sich bei beiden Männern aus, dass es die erste strafrechtliche Verhandlung war und sie nach dem Unfall, so die Richterin, in einer emotionalen Ausnahmesituation gewesen seien. „Ich hoffe, dass es Ihnen eine Lehre ist und Sie sich in Zukunft anders verhalten – insbesondere gegenüber Polizisten“, sagte die Richterin.

Im Verlauf der Verhandlung waren mehrere Tatbeteiligte und Schaulustige befragt worden. Die Familienmitglieder der Angeklagten hatten sich in ihren Aussagen dabei immer wieder in Widersprüchen verstrickt.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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