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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Staatsanwalt prüft 340 Fälle

09.01.2018

Wildeshausen Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg zu einem möglichen Betrugsfall in der Kreisverwaltung in Wildeshausen dauern an. Das teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage der NWZ mit. „Wann mit einem Abschluss zu rechnen ist, kann derzeit noch nicht mitgeteilt werden“, sagte Staatsanwalt Torben Tölle.

In der Gildefest-Woche des vergangenen Jahres hatte Landrat Carsten Harings überraschend darüber informiert, dass offenbar eine in der Verwaltung beschäftigte Person beim Griff in die Kreiskasse erwischt wurde. Er sprach seinerzeit von einer „hohen kriminellen Energie“. Der Landkreis stellte die betreffende Person, die im Bereich „Soziales“ beschäftigt war, vom Dienst frei und erstattete Anzeige. Der Landrat selbst hatte sich damals nicht zu Alter und Geschlecht der betreffenden Person geäußert – da es sich zunächst um einen Verdacht handelte.

Nun erklärte die Staatsanwaltschaft, dass sie gegen eine 50-jährige Frau wegen des Verdachts der schweren Untreue, des schweren Betruges und der schweren Urkundenfälschung ermittle. Geprüft werde „nach derzeitigem Stand“ die Entstehung „eines Vermögensschadens in sechsstelliger Höhe“.

„Im Rahmen der anhängigen Ermittlungen werden über 340 Fälle aus den Jahren 2010 bis 2017 überprüft“, teilte Staatsanwalt und Pressesprecher Tölle mit. Es bestehe der Verdacht, dass die 50-jährige Beschuldigte in diesem Zeitraum als Beschäftigte des Landkreises Oldenburg fingierte Barauszahlungen veranlasste, die sie für sich behielt. Darüber hinaus soll sie in einer Vielzahl von Fällen unbare Zahlungen auf das Konto eines 53-jährigen Mitbeschuldigten veranlasst haben. Auf dieses Konto sollen die 50-jährige Beschuldigte und eine weitere 47-jährige Mitbeschuldigte Zugriff gehabt und über die eingezahlten Beträge verfügt haben.

Wie Tölle auf Nachfrage sagte, waren die beiden Mitbeschuldigten der 50-jährigen Frau nicht in der Kreisverwaltung beschäftigt. Die 50-jährige Beschuldigte galt bis zum Juni 2017 als unbescholtene Kraft und war bereits viele Jahre beim Landkreis beschäftigt. Zur Aufarbeitung der Betrugsvorwürfe müssten viele Daten gesichtet werden.

Harings hatte im Sommer des Vorjahres die genaue Höhe des Schadens nicht beziffern wollen. Er schloss aber nicht aus, „dass es sich um Beträge im sechsstelligen Bereich handeln könnte“. Klar erschien damals, dass die Beschuldigte Unterschriften gefälscht hat, um an das Geld zu kommen. So auch bei einer Auszahlungsanordnung über die 500 Euro, bei der die ganze Sache aufflog. Die Frau hatte damals Verdacht erregt, weil sie sich morgens nach dem verfügbaren Bargeld in der Kreiskasse erkundigt hatte und erst Stunden später mit einer Zahlungsanforderung gekommen war. Zwar seien solche Auszahlungen nicht unüblich. Der zeitliche Abstand zwischen Anfrage und Auszahlung sorgte allerdings für Misstrauen im Amt. Die Arbeitsweise der Frau wurde dann eingehend geprüft. Zu den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich die Kreisverwaltung auf NWZ-Anfrage nicht äußern.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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