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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Wildeshauser Feuerwehr arbeitet an neuen Notfallplänen

17.04.2019

Wildeshausen Die Tragödie in der Notre-Dame in Paris hat gezeigt, wie schnell ein historisches Gebäude in Gefahr geraten kann. Die Pariser Kathedrale ist im 12. Jahrhundert erbaut worden. Auch in Wildeshausen steht eine der ältesten Kirchen im Oldenburger Land. Die spätromanische Alexanderkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Wie steht es um den Brandschutz der Wildeshauser Kirchen? Gibt es eine besondere Vorgehensweise der Feuerwehr im Falle eines Brandes?

Zunächst einmal bestehen für die Kirchen sogenannte Feuerwehreinsatzpläne wie für alle anderen größeren Gebäude auch. Das erklärt Ortsbrandmeister Lutz Ertelt. Dabei gehe um die üblichen Fragen, beispielsweise: Wo bekommt die Feuerwehr ihr Löschwasser her? Welche besonderen Gefahrenpunkte gibt es? Von wo aus können Drehleitern am besten eingesetzt werden?

Kunstgegenstände retten

Darüber hinaus gibt es seit Anfang des Jahres ein weiteres Vorhaben der Feuerwehr. „Wir wollen uns zusätzliche Notfallpläne für historische Gebäude machen“, sagt Ertelt. Er spricht unter anderem vom alten Rathaus, der alten Lohgerberei und natürlich auch der Alexanderkirche, in denen sich schützenswerte Reliquien und Kunstgegenstände befinden. Diese sollen erfasst werden, um im Falle eines Brandes gerettet werden zu können. Also, erläutert der Ortsbrandmeister: „Was ist in dem Gebäude? Wo lagern die Sachen? Wie kriegen wir sie am besten weg? Und müssen sie gesondert verpackt werden?“ Die Idee hat die Wildeshauser Feuerwehr von der Feuerwehr in Hannover. Dort bestünden derartige Pläne seit 2018, entsprechende Übungen seien auch bereits durchgeführt worden, sagt Ertelt. Das hat sich die Feuerwehr Wildeshausen für dieses Jahr vorgenommen.

Übungen in den Wildeshauser Kirchen könnte sich Ertelt gut vorstellen. Zumindest eine Begehung der Gebäude sei sinnvoll, „um festzustellen, wie wir uns dort bewegen können, im Gewölbe und im Dach“. Und dann spielt auch eine Rolle, wo sich eventuell wichtige Kunstgegenstände befinden. Beide Kirchengemeinden, die katholische und die evangelisch-lutherische, begrüßen die Idee.

Anfällig sind nach Angaben von Ertelt die Dachstühle der Kirchen. Die sind aus Holz, genau wie der von Notre-Dame. „Das sind uralte Balken. Wenn es brennt, geht das schnell“, sagt Ertelt. Häufig würden Dachstuhlbrände, in denen elektrische Leitungen liegen, durch einen elektrischen Defekt verursacht. In den Kirchen ist das beispielsweise die elektronische Glocken- oder die Lichtanlage.

Deshalb finden regelmäßig Kontrollen statt, sagt Kirchenprovisor Bernhard Kramer von der nicht so alten katholischen Kirche Sankt Peter (1824). „Die Elektroanlage der Glocke wird jährlich gewartet. Alle zwei Jahre steht die TÜV-Prüfung an, in der es um Unfallgefahren und Brandschutz geht. Da sind wir gut abgesichert.“

Laut Medienberichten wird vermutet, dass der Brand in Notre-Dame während der Renovierung ausgelöst wurde. Auch die katholische Kirche in Wildeshausen wurde eben erst renoviert – ohne Brandunfälle. Aber, Kramer sagt auch: „Die Möglichkeit eines Schwelbrandes ist immer da. Wenn dort geschweißt wird zum Beispiel. Dagegen ist man machtlos.“

Besonders wertvoll

Einen solchen Brand mag sich Lars Löwensen, Pfarrer der evangelischen Gemeinde, nicht vorstellen. Besonders wertvoll seien in der Alexanderkirche das etwa 500 Jahre alte Triumphkreuz sowie die kunstvollen Fenster und historische Wandmalereien – die man schließlich nicht einfach heraustragen kann.

Die gotische Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montagabend in Brand geraten, das Feuer konnte erst am Dienstagmorgen gelöscht werden. Das gesamte Kirchenschiff der Kathedrale stand in Flammen.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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