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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

App führt Ersthelfer zum Patienten

24.10.2017

Wildeshausen /Oldenburg Smartphones und die dazugehörigen Apps sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie sagen uns, wie das Wetter wird oder vertreiben uns die Langeweile. Doch können sie auch Leben retten. Wie das funktioniert, wurde im Projekt „Erhöhung der Überlebensraten nach Herzstillstand“ demonstriert.

Die Städte Oldenburg und Delmenhorst sowie die Landkreise Oldenburg, Cloppenburg, Wesermarsch, Ammerland und Vechta schlossen sich vor rund einem Jahr zusammen, um eine App für Ersthelfer in der Region zu entwickeln, die die Zeit ohne lebensrettende Maßnahmen verkürzen und Ersthelfer schneller zum Patienten führen soll. Entstanden ist schließlich eine App mit dem Namen „corhelp3r“, die ein einmaliges und innovatives Projekt in der Region darstellt.

Jährlich 75 000 Patienten

Jedes Jahr erleiden etwa 75 000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Wenn das Herz still steht, zählt jede Sekunde, um das Leben eines Menschen zu retten und das Risiko dauerhafter Schäden zu verringern. Vor dem Eintreffen des Rettungswagens sind es vor allem die Ersthelfer, die sich um den Patienten kümmern, ihm beistehen und erste Schritte einleiten.

Wird in Zukunft ein Notfall mit einem Herzstillstand in den Leitstellen der Landkreise und Städte gemeldet, so wird fortan nicht nur der Notarzt samt Rettungswagen alarmiert, sondern zeitgleich auch eine Meldung an die App versendet. Befindet sich ein Ersthelfer in der Nähe des Einsatzortes, der die App „corhelp3r“ auf seinem Smartphone installiert hat, erscheint auf seinem Handy eine Alarmmeldung.

Der Ersthelfer kann nun entscheiden, ob er den Einsatz wahrnimmt. Entscheidet er sich dafür, wird er durch die App zum Einsatzort gelenkt und kann mit der Herzdruckmassage beginnen. Sollte ein zweiter Ersthelfer in der Nähe sein, wird dieser zum nächstgelegenen mobilen Defibrillator und anschließend zum Einsatzort gelenkt. Sobald der Rettungswagen eintrifft, wird dieser die Versorgung des Patienten übernehmen.

Hilfe deutlich steigern

„Gerade in Regionen, in denen der Rettungswagen längere Entfernungen zum Einsatzort zurücklegen muss, kann die App einen wichtigen Beitrag leisten, um die therapiefreie Zeit zu verkürzen“, erklärte der Vechtaer Kreisrat Holger Böckenstette. „Die Rate erfolgreicher Wiederbelebungen ohne neurologische Schäden nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand liegt bundesweit zwischen zwei und sechs Prozent. Mit der App soll diese Zahl auf bis zu 40 Prozent gesteigert werden.“

Die App „corhelp3r“ steht im App-Store und im Google- Play-Store kostenlos zur Verfügung.

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