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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

51-jähriger Wildeshauser muss erneut hinter Gitter

13.06.2019

Wildeshausen /Oldenburg Zwölf Jahre seines Lebens hat er bereits im Gefängnis gesessen, nun muss ein 51 Jahre alter Mann aus Wildeshausen erneut hinter Gitter. Das Oldenburger Landgericht hat am Mittwoch ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen bestätigt. Dieses Mal sind es nur drei Monate Haft, die der Angeklagte verbüßen muss. Schuldig gesprochen wurde er diesmal lediglich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. So harmlos war es früher beileibe nicht gewesen.

Auf das Konto des Angeklagten gehen den Feststellungen zufolge unter anderem der schwere sexuelle Missbrauch der Stieftochter und die jahrelange Misshandlung der Ehefrau. Das „harmlose“ Fahren ohne Fahrerlaubnis ist nur symptomatisch für das Verhalten des Angeklagten. Er macht, was er will. Der Anwalt des Angeklagten nannte am Mittwoch seinen Mandaten einen „Leichtfuß“, der sich „einen Scheißdreck um die Gesetze kümmere“.

Trotzdem kritisierte der Verteidiger das Urteil des Amtsgerichtes in Wildeshausen: wieder Gefängnis. Der Anwalt sprach von einem „Drehtür-Effekt“: raus aus dem Gefängnis, rein ins Gefängnis. Dieses Mal sei dem Angeklagten Bewährung zu gewähren. Und der Angeklagte versprach auch: „Jetzt wird alles schöner.“

Doch da war die Berufungskammer, die Bewährungsstrafen nur dann verteilen kann, wenn einem Angeklagten eine günstige Sozialprognose gestellt werden kann. Und davon war der Wildeshauser weit entfernt.

Die Akten der Bewährungshilfe umfassen 821 Seiten. Er hätte mit einem Aktenwagen kommen müssen, wenn er alle Akten hätte mitbringen wollen, sagte der Bewährungshelfer gestern. Ja, der Angeklagte sei zuverlässig und nehme an Gesprächen teil, äußerte der Bewährungshelfer auch etwas Positives. Nur: Der Angeklagte hat mehrere Therapien hinter sich. Er sollte unter anderem lernen, Frauen zu akzeptieren. Doch da sei noch Luft nach oben, so der Bewährungshelfer.

Aber genau das war das Problem. Bewährung gibt es, wenn das Gericht die sichere Erwartung hat, dass keine weiteren Straftaten mehr passieren. Nur hatte die Vorsitzende Richterin diesbezüglich am Mittwoch so ihre Zweifel. Was sei denn, wenn es mal wieder eine problematische Beziehung gebe oder der Angeklagte mit dem Auto mal wieder irgendwo dringend hinmüsse, fragte die Richterin. Die Berufungskammer konnte für diese Fälle keine Garantie abgeben. Deswegen wurde die Berufung des Angeklagten auch verworfen.

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