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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Blaulicht

Firmendach bricht unter Wassermasse zusammen

30.06.2017

Wildeshausen Land unter in Wildeshausen: Extrem starke Regengüsse sorgten am Donnerstagnachmittag dafür, dass markante Verkehrsknotenpunkte in der Stadt, darunter das Westertor und die Kreuzung Ahlhorner Straße/Visbeker Straße, innerhalb weniger Minuten komplett unter Wasser standen. Dutzende Keller liefen voll und mussten leer gepumpt werden. Das Flachdach eines Unternehmens hielt den Wassermassen nicht stand und stürzte ein. Daraufhin war das gesamte Gebäude einsturzgefährdet. Verletzt wurde laut Polizei aber niemand.

Hintergrund: Unwetterschäden oft versichert

Um 16.29 Uhr schreckte ein Sirenenalarm die Wildeshauser auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits minutenlang geregnet. Die Freiwillige Feuerwehr rückte zunächst Richtung Westring aus. Am Bargloyer Weg war ein Keller vollgelaufen. Dann ging es Schlag auf Schlag, wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer berichtete. Viele Betroffene wählten die 112. In den ersten zwei Stunden zählte die Feuerwehr 35 Einsätze.

Kreuzungen gesperrt

Der Verkehr im Innenstadtbereich kam nahezu zum Erliegen. Betroffen waren vor allem die Kreuzungen „Alte Vogelstange“, Ahlhorner Straße/Visbeker Straße sowie das Westertor. Obwohl das Wasser teilweise 20 Zentimeter hoch stand, zeigten sich viele Autofahrer unbeeindruckt und fuhren weiter. Feuerwehrleute regelten an der Kreuzung Ahlhorner Straße/Visbeker Straße den Verkehr. Die Polizei sperrte das Westertor ab. Die Feuerwehren aus Düngstrup, Dötlingen und Neerstedt unterstützten die Wildeshauser Wehr. Teilweise waren bis zu 100 Freiwillige im Einsatz.

Viele Bürger mussten ihre Keller leerschöpfen. „Unser Keller ist schon zum dritten Mal vollgelaufen“, ärgerte sich Patrick B., der gemeinsam mit zwei Helfern den Eingang eines Hauses an der Visbeker Straße leer schöpfte. In einem Haus hatten die Wassermassen gar ein Garagentor aufgedrückt und den Keller komplett geflutet. Das Gelände eines Futtermittelherstellers an der Düngstruper Straße stand unter Wasser.

In der Innenstadt konnten Pendler teilweise nicht zu ihren Fahrzeugen gelangen. So lief auch Dirk Schröder barfuß, die Schuhe in der Hand, durch das kniehohe Wasser auf der Visbeker Straße zu seinem Fahrzeug. „Ich muss nach Großenkneten“, sagte er. Hartmut Post, Kreistagsvorsitzender aus Dünsen, ärgerte sich ebenfalls: „Da fahre ich mal zum Arzt, und dann das!“ Auch im Baustellenbereich an der Pestruper Straße, wo derzeit die Fahrbahn erneuert wird, musste die Feuerwehr einen Keller leer pumpen. Völlig unpassierbar war der Kurvenbereich der Humboldtstraße.

Spundwand hält

Während die Straßen rund um das Krankenhaus Johanneum überflutet waren und der Verkehr komplett zum Stehen kam, gab es auch eine gute Nachricht: Die nach dem letzten Hochwasser gebaute Spundwand beim Klinikum hielt dem Wasser stand. „Die Technik hat prima funktioniert“, freute sich Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt.

Auch andere Orte im Landkreis haben von den Regenfluten einiges abbekommen. So waren unter anderem in Sandkrug zahlreiche Feuerwehrkräfte damit beschäftigt, den Wassermassen Herr zu werden.

Laut Annett Püschel, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst, sind allein in unserer Region zwischen 17 und 18 Uhr 25 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
Ein Video gibt es:   www.nwzonline.de/oldenburg-land