Ahlhorn - Dass Mathematik nicht nur in der Schule als Unterrichtsfach vorkommt, sondern auch in ihrem ganz normalen Alltag, haben nun 95 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren im Blockhaus Ahlhorn erlebt. Dort kamen sie zum zehntägigen Mathe-Camp zusammen, um gemeinsam mathematische Probleme zu lösen, aber auch Spiele zu spielen, zu tanzen und ins Gespräch zu kommen. Mit dabei waren Schülerinnen und Schüler der IGS Wardenburg, des Gymnasiums Wildeshausen, des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) Ahlhorn, Jugendliche aus Wohngruppen in Bremen sowie Schüler aus Sumy und Trostianets (Ukraine) und Nowomiejski (Polen).
Die Schüler
Dass sich die Jugendlichen, obwohl sie unterschiedliche Sprachen sprechen, gut verstehen, wird im Gespräch mit einer kleinen Gruppe von ihnen sehr deutlich: Nikodem (15 Jahre alt, aus Polen), Lilith und Linnea (14 Jahre alt, vom DBG) sowie Iwan, Dima, Marija (alle 15 Jahre alt) und Denys (16 Jahre alt) aus der Ukraine berichten begeistert von ihren Erfahrungen beim Mathe-Camp. Sie könnten sich sehr gut auf Englisch austauschen, haben Sprachkenntnisse aufgefrischt und Ideen zusammen entwickelt – die Arbeit in Kleingruppen funktioniere sehr gut. Die Jugendlichen berichten, dass sich der Matheunterricht in den drei Ländern stark unterscheide und sie auf unterschiedlichen „Leveln“ seien. Doch man helfe sich gegenseitig bei den Aufgaben, sei glücklich über die vielen neuen Erfahrungen und habe den ein oder anderen neuen Freund gewonnen. Abends sitzen die Jugendlichen gern zusammen, spielen Gesellschaftsspiele, reden über ihren Alltag in ihrer Heimat, ihre Kulturen und Hobbys. Auch neue Tanzfiguren hätten sie einander beigebracht, Klavier gespielt und zusammen ein Fußballspiel angeschaut. Für einige der Jugendlichen ist es bereits die zweite Teilnahme am Mathe-Camp und sie alle können es weiterempfehlen. Ihr Rat an alle, die unschlüssig oder ängstlich sind: sich einfach zu trauen und es auszuprobieren. „You only live once“, fasst es Nikodem zusammen und die anderen nicken zustimmend.
Die Lehrer
Die beiden polnischen Lehrerinnen Lucyna (47 Jahre alt) und Marta (37) sind begeistert vom Blockhaus Ahlhorn. Hier hätten die Schüler viel Raum, um zusammenzuarbeiten und ihre Freizeit miteinander zu verbringen. Insgesamt nehmen zwölf Lehrkräfte am Mathe-Camp teil und tauschen sich über die unterschiedlichen Schulsysteme und ihren Alltag aus. So seien Lehrer in Polen grundsätzlich eher strikt und im Unterricht liege der Fokus auf den mathematischen Übungen, sagt Marta. Und Lucyna ergänzt, dass der Lehrstoff in den drei Ländern anders strukturiert und aufgeteilt sei. Die Lehrer würden sich auch über den Umgang mit störenden Schülern im Unterricht und ihre Rolle als Erzieher unterhalten. Man habe sich in den sozialen Medien vernetzt und Telefonnummern ausgetauscht, um in Kontakt zu bleiben. Und Marta und Lucyna würden gern nochmal nach Ahlhorn kommen und beim Mathe-Camp dabei sein, denn es war „rundum toll“.
Die Organisatoren
„Wir wollen Bildung nach vorn bringen“, drückt Landrat Dr. Christian Pundt seine Begeisterung für das Mathe-Camp aus, das als Begabtenförderung das Interesse junger Menschen an der Mathematik wecken soll. „Wir wollen in diesem außerschulischen Lernort einen spielerischen Zugang zur Mathematik schaffen, sodass die Jugendlichen Lust darauf bekommen“, ergänzt Blockhaus-Geschäftsführer Niels-Christian Heins. Die Schülerinnen und Schüler lernen, länder- und schulformübergreifend als Teams zusammenzuarbeiten und entdecken eigene Talente – mit der Mathematik als verbindendes Element. Ganz nach dem Motto „fördern und fordern“, international und integrativ, fasst es Florian Schön, Schulleiter des DBG, zusammen.
