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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Blumen, Bier, Brathering

20.03.2015

Als Landrat erlebt man ja eine Menge. Doch für Carsten Harings gab es beim Schaffermahl gleich eine doppelte Premiere. Vor dem Heringsessen durfte er sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Und bekannte anschließend: „Ich habe mich noch nie in so ein Buch eingetragen, noch nicht mal eines in der Hand gehabt.“ Und hier sein Text: „Ich wünsche allen Einwohnerinnen und Einwohnern unseres Landkreises Oldenburg und der Kreisstadt Wildeshausen von Herzen eine allzeit friedvolle und glückliche Zukunft. Möge Wildeshausen weiter wachsen und gedeihen und seinen Bürgerinnen und Bürgern eine liebenswerte Heimat sein. Der Landkreis Oldenburg fühlt sich mit seiner Kreisstadt Wildeshausen eng verbunden.“

Eng verbunden mit dem Schaffermahl sind die Fähnrichsfrauen. Bürgermeister Jens Kuraschinski dankte Katrin Ahlers, Melanie Tschöpe, Kirsten Seyffahrt, Nina Harting, Anja Kreienborg und Schafferfrau Regina Röhr. Die sechs hatten zusammen mit ihren Männern (unter Federführung des dienstältesten Fähnrichs Jörn Ahlers) alle Hände voll zu tun. Mit einigen hundert Rollmöpsen, Bratkartoffeln, Matjes, Bismarck und Kartoffelsalat bewirteten sie die Gäste. Auch die ehemalige Schafferfrau Judith Niester-Hübsch half mit.

In Sachen musikalischer Begleitung gab es ebenfalls bewährte Kost. Uwe Hinrichs (ovales Bild) sorgte am Akkordeon für Stimmung.

Das gefiel nicht nur den 130 geladenen Gästen, sondern auch fast allen noch lebenden Ex-Bürgermeistern (und somit Generälen der Gilde). Amtsinhaber Jens Kuraschinski begrüßte ausdrücklich Wilfried Bonke, der 1977 die Tradition des Schaffermahls neu begründet hatte. Außerdem freute er sich über die Anwesenheit von Manfred Rollie, den ehemaligen Stadtdirektor und Protokollchef Helmut Grimjes sowie Franz Duin. Der begeisterte im Verlauf des Abends die Gäste mit einer hochdeutsch-plattdeutschen Rede.

Ein Ex-Bürgermeister war aber nicht gekommen – Kian Shahidi. Und vermutlich wird er auch nicht als Grünrock beim Ausmarsch dabei sein. Auf der Generalversammlung im Februar hatte es bekanntlich keinen Antrag gegeben, den Ex-General in Offiziersstand ehrenhalber aufzunehmen. Nun wird gerätselt, ob er – wie beim Gildefest 2014 angekündigt – wieder als Schwarzrock ausmarschiert.

Dafür war die Bürgermeisterdichte aus den Nachbarorten umso höher. Mit an den langen Tafeln saßen: Alice Gerken-Klaas (Ganderkesee), Ralf Spille (Dötlingen), Thorsten Schmidtke (Großenkneten), Herwig Wöbse (Samtgemeinde Harpstedt). Christian Pundt (Hatten) musste grippebedingt kurzfristig absagen.

Auch die Bundes- und


Landtagsabgeordneten blieben diesmal fern. Wegen der Sitzungswochen in den Parlamenten konnten sie in diesem Jahr ausnahmsweise nicht – wie sonst immer – beim Schaffermahl dabei sein.

Bei der Gilde denkt man zwar viel in Traditionen, aber auch an die Zukunft. So bekam Amtsgerichtsdirektor Dr. Detlev Lauhöfer schon mal von Jens Kuraschinski die Gilde-Bibel überreicht. „Vielleicht können wir später noch über Ihren Einsatz auf dem kommenden Gildefest sprechen, falls es zu einem Personalengpass kommt“, meinte Kuraschinski.


Neben dem amtierenden König Jan Poppe waren noch diverse Ex-Majestäten dabei. Zwei feierten jeweils ein besonderes Jubiläum. Martin Reiser holte sich vor 25 Jahren die Königswürde. Rolf Meier war gar vor 50 Jahren Kinderkönig gewesen.

Deutlich länger als noch vor zwei Jahren dauerte das Tabakskollegium. Der Grund ist simpel. 2013 hatte es während der Schaffermahls noch heftig geschneit. Diesmal gab es fast schon Pfingstwetter, wie sich Oberst Ernst Frost freute.

Der neue General hatte übrigens für seine Rede in alten Manuskripten gestöbert – und dabei etwas Interessantes entdeckt. In der Gilde-Frühzeit nahmen an nur zwei Tagen meist 120 bis 180 Personen teil. Meist wurden sechs bis zwölf Tonnen Bremer Bier getrunken. Eine Tonne, gleich ein Fass, entsprach seinerzeit 145 Litern. Eine Quelle aus dem Jahr 1803 besagte, dass 180 Gäste an zwei Tagen gar 15 Tonnen Bier herunterspülten. „Das entspricht 2175 Litern“, so Kuraschinski. „Dieses ergibt einen Durchschnittskonsum pro Mann von zwölf Litern an zwei Tagen“, rechnete er vor. Und aus dem Saal schallte es kurz entgegen: „Da hat sich ja nicht viel geändert.“

Derlei Mengen wurden beim Schaffermahl aber nicht getrunken. Nach dem Essen und von Schaffer Jörn Röhr kredenzten Schnäpsen endete der offizielle Teil recht bald. Die meisten Gäste feierten dann noch gegenüber in der Brasserie weiter.


     www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 

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Kreienborg | Bismarck | Brasserie

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