BOOKHOLZBERG - Wer beim Begriff „Internet-Surfer“ an junge Menschen denkt, die stundenlang allein und wie entrückt vorm Monitor sitzen, der musste sein Bild am Dienstagvormittag im Berufsförderungswerk (bfw) wohl korrigieren. Eine „gereifte“ Surfer-Generation hatte sich dort versammelt und erzählte, wie sehr doch der Computer das Zusammengehörigkeitsgefühl stärke. Der Anlass des Treffens: Das Internet-Café des Vereins Senioren-Netzwerk im Landkreis Oldenburg, „Senioren @m Netz“, feierte den zehnten Geburtstag.
„Sehr spannend“ seien die ersten zehn Vereinsjahre gewesen, fand Rainer Heinken, im Jahr 2001 eines der sieben Gründungsmitglieder. Das Café sei aus IT-Schnupperkursen hervorgegangen, die seinerzeit von der „Leitstelle Älterwerden“ gemeinsam mit dem bfw organisiert wurden. Der dann gegründete Trägerverein hatte zunächst 30 Mitglieder, mittlerweile sind es 280. Anfangs sei das Projekt vom Institut für Interdisziplinäre Gerontologie der Hochschule Vechta wissenschaftlich begleitet worden, berichtete Heinken. „Wir wollen versuchen, so etwas zu wiederholen.“
Die stellvertretende Bürgermeisterin und Vize-Landrätin Christel Zießler, die in „doppelter Funktion“ für den Kreis und für die Gemeinde gratulierte, nannte die Entwicklung des Cafés „eine Erfolgsgeschichte“. Der Verein habe bewiesen, dass die in rasantem Tempo voranschreitende Entwicklung im IT-Bereich nicht an älteren Menschen vorbeigehen müsse.
Rainer Schwede, der an diesem Vormittag das Berufsförderungswerk vertrat, zeigte sich optimistisch, dass das Café „sich halten wird“. Allerdings könne sein Haus nicht mehr Platz anbieten. „Wir knapsen da ein bisschen.“
Als Vorsitzender des Trägervereins übernahm es Heiko Zimmermann, die Gründungsmitglieder zu ehren, zu denen neben Heinken auch Anne-Grete Grummer, Gerd Pleus, Jürgen-Dieter Paulus sowie (die nicht anwesenden) Christa und Günther Meenken und Horst Hanke zählen. Er habe es nicht bereut, vor fünf Jahren den Vorsitz des Vereins übernommen zu haben, betonte der 45-Jährige. Wenn er in diesen fünf Jahren graue Haare bekommen habe, so sei der Grund doch nahe liegend: „Ich musste mich ja anpassen.“
