BOOKHOLZBERG - Heide Beier organisiert Wanderausstellungen für die Schutzstation Wattenmeer. Ihr selbst gestickter Teppich mit der Judith-Geschichte wird gelegentlich im Kloster Mariensee ausgestellt.
Von Karsten Kolloge
BOOKHOLZBERG - Keine Frage: Dass Heide Beier nach ihrem Abschied vom Gemeinderat passiv vorm Fernseher sitzen oder Däumchen drehen würde, war nicht zu erwarten. Denn die Bookholzbergerin wollte und will etwas bewegen. 25 Jahre lang (1976 bis 2001) gehörte sie dem Ganderkeseer Rat an, fast 16 Jahre leitete die SPD-Politikerin dort den Planungsausschuss. Manche meinten damals, der Ausschuss, das sei Heide Beier. Und heute? Da gebe es drei Schwerpunkte, sagt die 68-Jährige: erst einmal die Familie, dann das Teppichsticken – und das Werben für den Naturschutz.Was viele wohl nicht wissen: Für den Naturschutz – genauer: fürs Wattenmeer – setzt sich Heide Beier schon seit langem ein. Durch die Familienurlaube auf Langeneß („da fahren wir schon seit 40 Jahren hin“) hatte die Bookholzbergerin die dort mit einem Seminarhaus vertretene „Schutzstation Wattenmeer“ kennen gelernt. Wie dieser gemeinnützige Verein das Bewusstsein für die Schutzwürdigkeit des Ökosystems Wattenmeer weckt, das sei ihr Ding: „Nicht mit dem Zeigefinger“ gehe das, sondern über Begeisterung: „Guck mal, wie schön!“
Heide Beiers Part in dem Naturschutzverein mit Sitz in Rendsburg (Schleswig-Holstein): Sie organisiert die Wanderausstellungen. Bundesweit. Will heißen: Die Bookholzbergerin sondiert in Berlin, Bremerhaven oder im Westerwald, wo die etwa 20 Schautafeln, die präparierten Tiere („die dürfen alle gestreichelt werden“) und das große Seewasseraquarium ausgestellt werden könnten, fährt dann mit ihren Eindrücken zum (entscheidenden) Vereinsvorstand in Rendsburg. Etwa zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr werden auf diese Weise vorbereitet. Sie laufen meist vier Wochen, von Zivis betreut.
Wenn eine solche Ausstellung laufen soll, dann ist auch praktischer Einsatz gefragt. Mit ihrem Golf Cabrio fährt Heide Beier dann nach Cuxhaven, um die Seesterne, Fische oder Einsiedlerkrebse fürs Seewasseraquarium abzuholen. „Die kommen per Fähre von der Biologischen Anstalt in Helgoland.“ Mit den Tieren düst sie zum Ausstellungsort, wo Zivis das Aquarium bereits vorbereitet haben. Da sei Eile gefragt, damit die Tiere keinen Schaden nehmen. Bislang sei das glatt gegangen: „Da haben wir keine Verluste.“
Während der Einsatz für die Schutzstation mitunter Schnelligkeit erfordert, sind bei einem anderen Hobby der gebürtigen Delmenhorsterin Geduld und Ausdauer gefragt: beim Teppich-Sticken. Mitte der 80er Jahre war sie zu diesem Steckenpferd gekommen, angeregt durch eine Teppichausstellung im Kloster Wienhausen.
Nach einem Unterricht im Kloster Mariensee machte sich Heide Beier ans Werk. Was dann (während mehrerer Jahre) entstand, ziert heute das Wohnzimmer: ein gestickter Teppich, auf dem Heide Beier nach alten Vorbildern die Judith-Geschichte darstellte. Übrigens: Wenn der Teppich mal nicht da sein sollte, ist er möglicherweise im Kloster Mariensee zu bewundern. Denn dort war man von dem Stück so angetan, dass man es für größere Veranstaltungen ausleiht.
