Ganderkesee - Der Brand im Bahnhof Ganderkesee zeigt Parallelen zu zwei anderen Bränden im Raum Bremen. Davon ist Jan Krieger von der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus in Oldenburg überzeugt. In allen drei Fällen haben die Betreiber einen Migrationshintergrund.

Wer steht hinter dem Brand im ehemaligen Bahnhof Ganderkesee und dem Restaurant „Gantero“? Für Jan Krieger vom Regionalbüro Nord-West der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus für Demokratie Niedersachsen drängen sich Parallelen zu zwei Brandanschlägen in den vergangenen Monaten.

BAHNHOFSBRAND IN GANDERKESEE Polizei sieht Hinweise auf rechtsmotivierte Tat

Anna-Lena Sachs Thorsten Konkel
Ganderkesee

Im Juli brannte das syrische Restaurant „Hexenkeller“ in Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg). Im Eingang hatten die Brandstifter ein Hakenkreuz an die Wand geschmiert. Auf der Speisekarte des erst wenige Monate zuvor geöffneten Restaurants standen neben deutschen und italienischen auch syrische Gerichte.

Im Februar wurde das Bistro Martini in Syke (Landkreis Diepholz) Ziel eines Brandanschlags. An der Wand und vor dem Gebäude fanden sich aufgesprühte Hakenkreuze und der Spruch „Ausländer raus“. Auch hier ging die Polizei von einem rechtsradikalen Hintergrund aus, ermittelt allerdings in alle Richtungen.

„Es fällt auf, dass alle drei Restaurants von Wirten mit Migrationshintergrund geführt werden“, sagt Krieger. „Das ist kein Zufall, da werden nicht einzelne Menschen angegriffen, sondern da geht es um eine Gruppe von Menschen.“ Er finde es „extrem verdächtig“, dass innerhalb weniger Monate im Großraum Bremen drei Anschläge in diesen Zusammenhängen verübt worden seien, sagt Krieger.

Restaurant in Ganderkesee steht in Flammen

Wichtig sei, dass Ganderkesee sich öffentlich positioniere, sich hinter die Opfer stelle und klar von Rechtsradikalen distanziere, fordert Krieger. Ähnliche Aktionen habe es auch in Syke und Gnarrenburg gegeben.

In Gnarrenburg beispielsweise hätten Gastronomen und Einzelhändler Transparente mit der Aufschrift „Wir alle sind Hexenkeller“ aufgehängt. „Die Tat darf nicht unkommentiert bleiben“, fordert Krieger.

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Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)