Brettorf - Eine Eiche und eine Kettensäge: Bei dieser Kombination denkt man vermutlich nicht sofort an filigran gearbeitete Figuren aus Holz. Klaus Scheffer benötigt eben diese Dinge, um solche Skulpturen herzustellen. Vor seinem Haus reihen sich zwei Adler neben einem Bären, einem Segelschiff und kleinen Tannen.
Material aus USA bestellt
Der Forstwirt aus Brettorf kam während seiner Ausbildung 2004 mit dem Handwerk in Berührung: „Ich habe es bei einem Kollegen gesehen. Angefangen habe ich wie alle mit einem Pilz. Dann habe ich mit einer Eule weitergemacht – die ist aber nichts geworden.“ Der 33-Jährige hat es immer weiter versucht. „Ab der 30. Eule war ich dann zufrieden.“ Heute könne es aber nach wie vor passieren, „dass eine Eule nichts wird“.
Es gebe Leute, die die Figur erst aufmalen. „Ich fang’ einfach an.“ Von Anfang bis Ende benutzt er dabei die Motorsäge – damals bestellte er die kleineren, sogenannten Führungsschienen für die Feinarbeiten noch in den USA. „Hier in Deutschland war es nicht zu bezahlen.“ Das sei mittlerweile anders. Die kleineren Führungsschienen messen 25 bis 30 Zentimeter.
Um das Holz dunkel zu färben, flammt er es, „der Rest wird abgeschabt.“ Motive fräst er auch mal in eine Holzplatte.
Für eine ein Meter hohe Eule braucht Scheffer in der Regel drei Stunden. Das Tier sei besonders gefragt, stellt der Brettorfer immer wieder fest. „Bis 2016 habe ich noch mitgezählt. Ich glaube, bei 700 Stück habe ich aufgehört.“ Eine Herausforderung stellen große Skulpturen dar, „ich habe zum Beispiel einen 2,50 Meter großen Bären hergestellt“. Biber seien ebenfalls schwierig. „Ich mache nur Tierisches und Maritimes. Menschliche Gesichter: Da hört’s bei mir auf“, sagt der Forstwirt – der durch seine Arbeit an der Quelle sitzt und sich ab und zu dort auch Holz besorgt. Manchmal würden die Kunden selbst das Holz mitbringen. „Es kommt dann auch mal vor, dass jemand seinen Hund geschnitzt haben möchte.“ Am besten würde sich Eiche eignen: „Sie ist ohne Ende haltbar, ist optisch sehr schön und ist langlebig.“ Nadelhölzer beispielsweise würden öfter abbrechen.
Bilder auf Instagram
Die „Standard-Eule“, 1,20 Meter hoch, koste um die 180 Euro. Bei einer Bank, wie er sie selbst vor dem Haus stehen hat, mit Segelschiff und Leuchtturm auf den Armlehnen, könnten es schon mal 800 Euro werden. Das Möbelstück stelle er im Stecksystem her: „Beim Kunden wird die Bank dann aufgebaut.“
Der gebürtige Ostfriese ist für gewöhnlich auf Veranstaltungen, beispielsweise von Motorsägenhändlern, vertreten. Seit rund einem Jahr nutzt er die visuelle Internetplattform Instagram, um auf sich aufmerksam zu machen. Dort sind seine aktuellen Projekte zu sehen. Darunter auch eines, das dann ausnahmsweise weder maritim noch tierisch ist: ein Treckermodell Fendt Vario 900 aus Eichenholz.
