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Pharmazeut Axel Schwirtz schlägt Alarm Huder Apotheken bleiben bei bundesweitem Protesttag zu

Wird seine Flores-Apotheke am 14. Juni nicht öffnen: Axel Schwirtz beteiligt sich am bundesweiten Streik.

Wird seine Flores-Apotheke am 14. Juni nicht öffnen: Axel Schwirtz beteiligt sich am bundesweiten Streik.

Christin Hufer

Hude/Ganderkesee/Bookholzberg - Apothekerinnen und Apotheker in ganz Deutschland schlagen Alarm: Lieferengpässe, Sparmaßnahmen und Honorarkürzungen führten dazu, dass der Alltag in Apotheken immer schwieriger zu händeln ist. So auch in der Huder Flores-Apotheke an der Parkstraße 47. Um den Ernst der Lage zum Ausdruck zu bringen, findet am Mittwoch, 14. Juni, ein bundesweiter Protesttag statt. Apotheken bleiben an diesem Tag geschlossen. Darunter auch acht der neun im Dienstkreis Hude-Ganderkesee-Bookholzberg. Lediglich die Alte-Raben-Apotheke in Hude (Parkstraße 12) bleibt als Bereitschaftsdienst geöffnet, erklärt Axel Schwirtz, Inhaber der Flores-Apotheke.

Keine Wertschätzung

Wenn die Flores-Apotheke am 13. Juni um 18 Uhr in den Feierabend geht, dann wird sie für 24 Stunden geschlossen bleiben. Dass es an der höchsten Zeit ist, den Protest zum Ausdruck zu bringen, findet Schwirtz. Denn Apotheken erfahren seiner Meinung nach seit vielen Jahren keine Wertschätzung von der Bundespolitik.

Die geringe Wertschätzung spiegele sich unter anderem darin wider, dass das Honorar für verschreibungspflichtige Medikamente seit 2004 nicht erhöht worden sei, erklärt Schwirtz. Dieses setzt sich aus dem Einkaufspreis der Medikamente, plus drei Prozent Lagerhaltungskosten und eines per Arzneimittelverordnung festgelegten Fixums von 8,35 Euro zusammen. Von diesen 8,35 Euro gehen jedoch noch 2 Euro Kassenrabatt ab. „Uns bleiben also faktisch nur 6,35 Euro“, sagt Schwirtz mit Nachdruck. Doch auch die Energiekrise mit zunehmend steigenden Kosten mache vor den Apotheken keinen Halt, erklärt Schwirtz. Hinzu komme ein zunehmender bürokratischer Aufwand durch neue Verordnungen, Lieferengpässe bei einer Vielzahl von Arzneien und die herausfordernde Lage während der Corona-Pandemie, die sein Team an die Grenzen gebracht habe, verdeutlicht der Apotheker.

Zehn Forderungen

Weil Apotheken bundesweit immer mehr unter diesen Entwicklungen leiden, eine Vielzahl bereits schließen musste, hat der Gesamtvorstand der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) – bereits Ende Februar – einen Katalog mit zehn Forderungen erarbeitet. Darunter fällt, dass das Fixum von 8,35 Euro auf 12 Euro erhöht wird, dieses Fixum jährlich ohne gesonderte Maßnahmen an Kostenentwicklungen angepasst wird, der zusätzliche Aufwand bei der Bewältigung von Lieferengpässen – ein Engpass-Ausgleich – geschaffen wird und Apotheken generell mehr Handlungsfreiheit für die schnelle Patientenversorgung erhalten.

„Kein Verständnis“

Derzeit stehen die Chancen nicht gut, dass die Bundesregierung die Forderungen bewilligen wird, ist einem Schreiben der ABDA zu entnehmen. „Die Bundesregierung will den Forderungen der Länder jedenfalls nicht folgen und sieht keinen Bedarf, die Apotheken wirtschaftlich zu unterstützen“, heißt es. „Die ABDA hat kein Verständnis für das ignorante Vorgehen des Bundesgesundheitsministeriums.“

Um den Druck hinter den Forderungen zu erhöhen, wurde zum bundesweiten Streik aufgerufen. „Das hat es so noch nicht gegeben“, sagt Schwirtz. Auch dass die Apothekerkammern diesen Protest unterstützen, sei eine absolute Premiere und verdeutliche noch einmal den Ernst der Lage, betont er.

Protestmarsch in Oldenburg

Welche Apotheken sich an dem Protest beteiligen, ist online auf der Homepage der Freien Apothekerschaft in einer Karte visualisiert. Zudem ist ein Protestmarsch am 14. Juni in Oldenburg geplant, der um 10 Uhr beginnen soll. Details zur Route stünden noch nicht fest, erklärt Birte Neumann, die Apotheken in Oldenburg und Petersfehn führt. Treffpunkt soll der Bahnhofsvorplatz sein und als Ziel wird das Rathaus angepeilt, wo über die Forderungen informiert wird. Auch sind nicht nur alle Apotheken aufgerufen, mitzumachen, sondern auch alle Patienten, die von Lieferengpässen betroffen sind, erklärt Neumann.

Christin Hufer
Christin Hufer Redaktion Wildeshausen
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