Gemeinde Hatten - Die Nachricht kam am frühen Dienstagmorgen per WhatsApp. Mit sofortiger Wirkung haben drei CDU-Ratsmitglieder ihre Partei verlassen. Nicole Angele, Bernhard Collin (beide Streekermoor) und Corinna Hagen (Dingstede) verlassen nicht nur die CDU-Ratsfraktion, sondern haben bereits ihre Parteimitgliedschaft gekündigt.
Interne Unstimmigkeiten
Auch wenn in den vergangenen Monaten wenig nach außen drang, so kommt dieser Schritt nicht völlig unerwartet. Immer wieder war von Unstimmigkeiten und einem schwierigen Umgang miteinander zu hören. Das Trio selbst betonte am Dienstag im Gespräch mit der NWZ-Redaktion, lieber nach vorne schauen zu wollen. Angetreten seien sie bei den Kommunalwahlen 2021 für die CDU mit dem Ziel, eine starke Stimme für die Entwicklung in der Gemeinde Hatten zu sein. „Das gemeinsame Ziel ist bedauerlicherweise durch interne Unstimmigkeiten immer weiter aus dem Blick geraten“, heißt es in ihrer Erklärung. Trotz intensiver Versuche, diese in der Fraktion zu überwinden, hätte keine Einigung gefunden werden können. „Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass persönliche Konsequenzen gezogen würden, sollte es keine Verbesserung der Situation geben. Bedauerlicherweise schlugen alle Versuche fehl.“
Bernhard Collin fällt dieser Schritt nach 47 Jahren Parteizugehörigkeit, davon 30 Jahre im Vorstand und sieben Jahre Vorsitzender des Gemeindeverbandes Hatten, „besonders schwer“, wie er sagt. Sein Versprechen: „Wir werden unser Ratsmandat weiter ausüben und uns zusammen aktiv am politischen Geschehen beteiligen.“
Die bislang aus sieben Personen bestehende CDU-Fraktion, nach der SPD (9) zweitstärkste im Rat, halbiert sich beinahe durch die Austritte. Fest steht bereits, dass dies Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Verwaltungsausschuss und in den Fachausschüssen haben wird. Fraglich ist auch, ob die CDU weiterhin mit Marten Dölling einen der stellvertretenden Bürgermeister stellen kann. Denkbar wäre, dass die neue noch namenlose Fraktion künftig auch eine Gruppe mit einer der etablierten bildet – am wahrscheinlichsten wäre da wohl das Team Hatten.
Krisentreffen hilft nicht
CDU-Fraktionsvorsitzender Adolf Oltmann betonte im Gespräch mit der NWZ, seine Fraktion bedauere die Entwicklung. „Die letzten drei bis vier Monate waren nicht einfach.“ Selbst ein Krisentreffen mit einer internen Vereinbarung habe den Bruch nicht mehr verhindern können. Vor allem der Weggang von Nicole Angele und Corinna Hagen führe zu einem Kompetenzverlust bei den Themen Kitas, Schulen und Feuerwehr. „Wir werden versuchen, diesen, so gut es geht, auszugleichen.“ Am Dienstagabend werde die Fraktion, nun etwas kleiner, ihre Vorbereitungssitzung auf den Umwelt- und Entwicklungsausschuss am 14. September wie gewohnt abhalten. Am Donnerstag kommt der verbliebene Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes zu Beratungen zusammen.
