Wildeshausen - Es wird zusehends voller auf der dreispurigen Autobahn. Sie führt schnurstracks geradeaus. Es wird überholt. Je größer die Autos, desto schneller und manchmal auch rücksichtsloser. Mittendrin ist Christof Jauernig. Er ist auf der Suche nach Zufriedenheit außerhalb des Hamsterrades einer Unternehmensberatung. Er gibt mehr Gas. Die Landschaft saust am Rand des Gesichtsfeldes schneller vorbei. Dann die Meldung: Der Tank ist leer. Er nutzt eine der nur sehr wenigen Ausfahrten dieser Autobahn. Er tankt; etwas Fastfood gegen den Hunger.
„Endlich Ruhe“
Eine Woche steht die Stadt Wildeshausen im Zeichen des Glücks. Dazu wurden zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen des Weltglückstages organisiert – eine davon war der Vortrag von Christof Jauernig im Rathaussaal.
Er bemerkt, dass schon viele an der Raststätte vorbeigefahren sind, die er mühsam im dichten Verkehr überholt hatte. Motor starten, sich in den starken Verkehr einordnen und weiter geht es. Vorbei an vielen Auffahrten. Es werden immer mehr, die nach dem Ziel der Zufriedenheit und des Glückes suchen. Die Anspannung wächst, das Ziel scheint unendlich weit. Plötzlich die Ausfahrt zu einer weiter entfernten Raststätte, die aber gar keine ist, sondern eine Heilstätte. Endlich Ruhe. Endlich Rast und die Behandlung des Burnouts. Jauernig ist am Ende seiner Fahrt.
Glück gefunden
Was wirklich glücklich macht und wie nah er dem Glück die ganze Zeit gewesen war, begriff er aber erst, als er ausstieg und mit dem Rucksack ein halbes Jahr durch Südostasien ohne Plan reiste.
Heute ist er ein bundesweit auftretender multimedialer Erzähler, der in Frankfurt lebt und nun wieder auf der Autobahn reiste, um nach Wildeshausen zu kommen. Nur eines war ganz anders. Sein Glück hatte er gefunden und es sorgsam mit allen Zutaten in seiner 70-minütigen Multimedia-Präsentation zusammengefasst. Darin berichtet er aus 60 Städten von Menschen und deren Glückserfahrungen. „Eintausendmal Lebensglück“ hat er das Paket betitelt.
Vor einer überschaubaren Zuschauerkulisse schilderte Jauernig das Kostbare im Alltäglichen. Dabei kombinierte er die Impressionen der 1057 Befragten, mit den seit seinem Umbruch gemachten eigenen Erfahrungen in Bausteinen wie Natur, Liebe, Kinder, Gemeinsamkeiten, Beisammensein, Mitgefühl, einem „Tun, was man liebt“ und mehr.
