Cloppenburg - Äpfel, Kartoffeln, Getreide – das Museumsdorf in Cloppenburg ist nicht nur reines Museum, sondern spiegelt authentisch den Alltag von vor 100 oder auch 300 Jahren in der Region wieder. Das Getreide muss jetzt vom Feld, die Kartoffeln aus der Erde. „Die Ernte kann nicht ausfallen“, sagt Museumsdirektorin Dr. Julia Schulte to Bühne. Ausfallen musste aber die Anfang Oktober geplante Veranstaltung „Mahlzeit“ – in der eben auch viel geerntet und gesammelt wird.
Das Apfelpressen und Verarbeiten der eigenen Äpfel während der Ernteveranstaltung hat das Museum bereits übernommen, der schmackhafte Apfelsaft ist bereits zu kaufen. Andere Aktivitäten – wie etwa das Kartoffelsammeln oder das Dreschen – werden nun im Dorfherbst veranstaltet. Dieser wird vom 11. bis 25. Oktober im Dorf organisiert und soll an den erfolgreich verlaufenen Dorfsommer anknüpfen. Auch während der Sommermonate gab es Vorführungen, Tierfütterungen und museumspädagogische Angebote. „Im Sommer war eigentlich jeder Tag ein Sonntag“, blickte Schulte to Bühne zurück. 1000 bis 1500 Besucher schlenderten so täglich über das weitläufige Gelände.
Die Dreschmaschine des Oldtimer-Clubs Nikolausdorf wird am Sonntag angeschmissen, auch die Schmiede ist am 11. Oktober von 10 bis 15 Uhr in Betrieb. Am 17. Oktober stellen der Schmied (10 bis 15 Uhr) und der Korbflechter (Hof Ahrens) ihre Handwerke vor. Die Kartoffelernte ist vom 11. bis 18. Oktober täglich zwischen 12 und 16 Uhr möglich. Wochentags gibt es in beiden Wochen ab 13.30 Uhr eine Tierfütterung (Infos auf www.museumsdorf.de).
Der Korbflechter ist vom 18. bis 25. Oktober am Hof Ahrens. Am 18. Oktober (Sonntag) gibt es einen Mühlentag. Vom 19. bis 25. Oktober gibt es zwischen 12 und 16 Uhr Vorführungen der Museumspädagogik. Am 24. Oktober präsentiert sich der Holzschuhmacher, am 25. Oktober sind viele Handwerker im Dorf.
„Wenn wir am Ende des Jahres die Halbjahreszahl erreichen, wäre das gut“, sagt die Museumsleiterin, die sonst durchschnittlich pro Jahr 250 000 Besucher begrüßen kann. Aktuell fehlen die Gruppen, die Schulklassen und die Veranstaltungen. Die Planungen für den Nikolausmarkt laufen derweil noch. Es ist geplant, den Markt an zwei Wochenenden aufzubauen. So sollen die Besucherströme und die Standzahl entzerrt werden. „Wir würden das gerne machen. Wir müssen aber sehen, was erlaubt ist“, sagt Schulte to Bühne in Bezug auf sich täglich ändernde Regeln.
Bis eine Entscheidung dazu gefallen ist, hofft das Team auf einen schönen Herbst. Und der steht eben in Zeiten der Ernte. Und so finden die Besucher mal eine Kartoffel in Herzform oder verformte Äpfel – Produkte, die es nie in den Handel schaffen würden. So schafft das Museum einen Kontrast zur Industrialisierung. Und kann zeigen, wie beschwerlich so eine Ernte früher war.
Damit die Besucher auch etwas von ihrer Ernte haben, bieten der Dorfkrug und der Dorfbäcker einen kulinarischen Herbst an. Im Dorfkrug gibt es ein spezielles „Herbstgedeck“, im Dorfbackhaus gibt es frischen Apfelkuchen, ein Kartoffelbrot und später auch ein Apfelbrot.
