Colnrade - Bereits der Titel des Sachbuchs des Colnraders Werner Tegen ist eine Provokation: „Unsere Ernährung – eine tickende Zeitbombe. Entdecken… Entschärfen…“. „Ich will die Menschen wachrütteln“, sagt der 77-jährige Diplom-Verwaltungswirt im Ruhestand. „Wir beschäftigen uns zu wenig mit Essen.“ Wie ist er zu dem Thema gekommen? Welche Gefahren gibt es? Und wie ernährt sich der Autor? Ein Einblick.
MS diagnostiziert
Alles begann 1982. Damals wurde bei Tegen Multiple Sklerose, kurz MS, diagnostiziert. „Die Krankheit hat mir zunächst nicht groß zugesetzt“, sagt er. Damals habe er noch in Hannover gelebt, später in Vechta und Friesoythe gearbeitet. 2006/07 verschlechterte sich sein Zustand.
„Ich habe mich gefragt, wie ich mit der Situation umgehe und was ich gegen die – aus medizinischer Sicht – unheilbare Krankheit tun kann“, sagt er. Seine Idee: Die Ernährung konsequent umstellen. „Seitdem macht die Krankheit keine Fortschritte mehr“, sagt Tegen. Er befasste sich intensiv mit dem Thema – und schrieb seine Erkenntnisse nieder.
Werner Tegen, 77 Jahre, ist Diplom-Verwaltungswirt im Ruhestand. Der Autor lebt in Colnrade.
Das Buch „Unsere Ernährung – eine tickende Zeitbombe. Entdecken… Entschärfen…“ (mit Endnotenverzeichnis, Glossar, Stichwort- und Fundstellenverzeichnis) umfasst 406 Seiten (davon 270 Textseiten). Es wird voraussichtlich noch im Oktober vom Dienstleister-Verlag Books on Demand (www.bod.de) herausgegeben werden. Im Buchhandel wird das Buch für 28,60 Euro (Hardcover) erhältlich sein, als E-Book-Variante kostet es 10,99 Euro.
Im Grunde sei das ganze Spektrum an Nahrungsmitteln schädlich, so der Autor: „Wir interessieren uns zu wenig für die Inhalte und Wirkungen unserer Lebens- und Nahrungsmittel. Sie werden von ihrer Entstehung bis zu ihrem Verzehr vielen schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Diese legen sich langsam, aber sicher wie eine ,strangulierende Kette’ um unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.“
Unter anderem Milch, Zucker, Fette, Salz, Weißmehl, aber auch Nitrat, Pestizide, Bakterien, Viren und eine Vielzahl weiterer Stoffe seien Glieder dieser Kette, sagt Tegen, der mit seinem Buch kranke und gesunde Menschen erreichen will. „Man muss bereit sein, seine Ernährung umzustellen“, sagt er. Leider gebe es ein ausgedehntes Phlegma gegenüber Ernährung.
Krankheit überwunden
Tegen selbst isst seit 14 Jahren kein Fleisch mehr und nimmt seit zwölf Jahren keine Milch- oder Milchprodukte mehr zu sich. Auch Zusatzstoffen hat er abgeschworen. Er esse alles, was sein Gemüsegarten hergebe und dazu biologische Nahrung wie Honig oder Vollkornbrot. Aber: „Auch ich bin inkonsequent“, gibt er zu. Hin und wieder esse er wegen der Omega-3-Fettsäuren Fisch oder auch Eier. Zum Mittag gebe es häufig Suppen, seine Frau ziehe mit.
„Mein Wohlbefinden ist hervorragend“, sagt Tegen. Anstatt eines von Ärzten prognostizierten ständigen Prozesses stehe die Krankheit still. Gegenüber Ärzten sage er deswegen: „Ich hatte MS.“ Die Krankheit habe er durch seine Ernährungsumstellung überwunden.
