Colnrade - Vier Jahre hat das Projekt „Revitalisierung des Beckstedter Bachs“ von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert. 545,5 Stunden ehrenamtliche Arbeit hat der Fischereiverein Colnrade (bislang) eingebracht, von mehreren Geldgebern wurden insgesamt 47 800 Euro investiert. Am Mittwoch, 29. August, 14 Uhr, werden sich Experten das Ergebnis anschauen: Die Jury des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ macht auf ihrer Bereisung Station in Colnrade.
Der Wettbewerb „Bach im Fluss“ war 2010 ins Leben gerufen worden. 2018 findet er zum fünften Male statt. „In einem ersten Auswahlverfahren wurden von ursprünglich 22 eingereichten Projekten zwölf für die Bereisung nominiert“, erklärte Dieter Reineke, Vorsitzender des Fischereivereins Colnrade. Auf Grundlage der Bereisung werde über die Preisträger des Wettbewerbs entschieden.
Worum es am Beckstedter Bach ging: Der kleine Bach floss in den vergangenen Jahren großenteils kerzengerade zwischen Beckstedt und Colnrade in Richtung Hunte. Er mündete in die Glockskuhle, einen 160 Meter langen Hunte-Altarm.
Die im August 2017 angelaufene Revitalisierung bestand aus mehreren Einzelmaßnahmen. Die wichtigsten: Erstens erhielt der Bach einen direkten Wiederanschluss an ein Fließgewässer (die Hunte). Zweitens bekam er auf einer Länge von etwa 800 Metern ein neues Bett – nur 70 Zentimeter breit, mäandrierend, mit kleinräumigen Auenstrukturen. Drittens wurde der Sandeintrag in die Glocks-kuhle entscheidend reduziert.
Ziel dieser und weiterer Maßnahmen war, einen ganzen Fließgewässerkomplex ökologisch aufzuwerten. So wurden durch die Verbesserung der Durchlässigkeit die Voraussetzungen geschaffen, dass wieder typische Fließgewässerbewohner wie Wandersalmoniden oder Neunaugen in den Beckstedter Bach zurückkehren können. Im Bach selbst und auch in der Glocks-kuhle wurden die Lebens- und auch Laichbedingungen für Fische entscheidend verbessert.
Um die Revitalisierung schaffen zu können, mussten mehrere Akteure unter einen Hut gebracht werden. Als Geldgeber mit im Boot waren die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, der Landkreis Oldenburg, die Naturschutzstiftung des Landkreises, die Ferdinand-Quirll-Stiftung und der Fischereiverein selbst.
Das Vorhaben, daran hatte Dieter Reinecke schon vor dessen Start erinnert, war bereits vom zwischenzeitlich verstorbenen Vereinsvorsitzenden Dieter Klirsch angeschoben worden. „Wir haben ihm versprochen, dass wir das Projekt weiterführen.“ Dies Versprechen habe man jetzt eingelöst.Interessierte sind eingeladen, an der Bereisung teilzunehmen. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Straße Am Hasenberg in Colnrade, Höhe Neun-Tonnen-Brücke
