Hoykenkamp - Im berühmten Londoner „Alexandra Palace“ mit dem Spitznamen „Ally Pally“ hätte die Stimmung kaum besser sein können. Begeisterte Fans, Bühnennebel, bunte Lichter und laute Musik verwandelten das Gasthaus Menkens am Freitagabend in den perfekten Austragungsort für ein Darts-Turnier. Nicht nur das Team „Die Hoykenkamper“, sondern auch die 08/15-Darter aus dem Bremer Stadtteil Blumenthal-Rönnebeck wurden im „Ally Pally“ von Hoykenkamp begeistert gefeiert, als sie einzeln durch die Menge nach vorne gingen.
Ein Spektakel
Rund 140 Gäste verfolgten den Wettkampf um den Aufstieg in die A-Liga des Hanseatischen Dart-Sport-Bunds (HDSB). Gastwirt Gerhard Menkens spielte nicht nur selber mit, sondern führte auch als Moderator durch den Abend. Im vorderen Bereich des Saals waren zwei Dartautomaten aufgestellt, an denen die Spieler aus Hoykenkamp und Rönnebeck mit ihren Pfeilen um den Aufstieg kämpften.
Als das Team aus Rönnebeck nach den ersten vier Doppelpaarungen mit 5:1 vorne lag, sei es deutlich ruhiger im Saal geworden, berichtete Menkens. Doch nach einer Aufforderung ans Publikum, noch einmal richtig Stimmung zu machen, sei es für die Hoykenkamper besser gelaufen. Wie Menkens berichtete, machte Kapitän Cedric Flehmer nach einer spannenden Aufholjagd im letzten Spiel alles klar, sodass die Hoykenkamper mit 11:9 in die A-Liga aufsteigen konnten. „Es war ein Spektakel und Werbung für den Darts-Sport“, lautete das Fazit des Organisators.
Turnier in London
Wie man ein solches Turnier in Szene setzt, hatte Gerhard Menkens bei der Darts-Weltmeisterschaft im Dezember verfolgt. Außerdem war er selbst schon einmal im „Ally Pally“, dem Austragungsort der Darts-WM in London, zu Gast. Er schwärmte von der Stimmung dort. Das müsse man erlebt haben, sagte er. „Die großen Turniere sind innerhalb von ein paar Tagen ausverkauft.“ Einzig das englische Bier konnte den Gastwirt nicht überzeugen: Das sei Biertrinkern nicht zu empfehlen, meinte er.
Dartboard im Keller
Auch wenn sich die Beliebtheit des englischen Biers in Grenzen hält, die Begeisterung für den früheren britischen Kneipensport ist längst in Deutschland angekommen – nicht zuletzt durch Dart-Profi Gabriel Clemens, der bei der WM vorne mit dabei war. „Der Darts-Sport hat einen richtigen Hype bekommen“, sagte Gerhard Menkens. Und der ist auch in Hoykenkamp zu spüren: Rund 30 Spieler sind in zwei Mannschaften aktiv.
Karol Menkens wurde von der Darts-Begeisterung seines Vaters angesteckt. „Am Anfang war es eine Schnapsidee“, sagte der 32-Jährige aus Heide. Doch inzwischen nimmt er das Pfeilewerfen ernst: „Man braucht Konzentration und Zielgenauigkeit“, beschrieb er die Voraussetzungen. Beim Trainieren halfen ihm die Übungsabende mit den Hoykenkampern, die mittwochs sattfinden. „Man pusht sich gegenseitig“, sagte Karol Menkens. Außerdem hat er nicht nur Pfeile mit dem passenden Gewicht, sondern auch ein eigenes Dartboard im Keller. „Das haben die meisten“, meinte der Darts-Fan.
